Schlechtes Wetter – Viel weniger Gäste auf Hagener Hütte

Herrlich gelegen thront die Hagener Hütte in den Hohen Tauern. Hier auf dem Bild bei gutem Wetter, meist war es in diesem Sommer aber eher trübe.Foto:Privat
Herrlich gelegen thront die Hagener Hütte in den Hohen Tauern. Hier auf dem Bild bei gutem Wetter, meist war es in diesem Sommer aber eher trübe.Foto:Privat
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Eine außergewöhnliche Saison liegt hinter der Hagener Hütte. Allerdings im negativen Sinne. Denn Hans (46) und Sissy Aschbacher (43), das Wirte-Ehepaar auf der in 2450 Meter Höhe gelegenen Hütte in den österreichischen Alpen, konnte nur wenige Gäste begrüßen. Schuld ist das Wetter.

Hagen.. Eine außergewöhnliche Saison liegt hinter der Hagener Hütte. Allerdings im negativen Sinne. Denn Hans (46) und Sissy Aschbacher (43), das Wirte-Ehepaar auf der in 2450 Meter Höhe gelegenen Hütte in den österreichischen Alpen, kann sich nur an wenige Jahre erinnern, in denen schon einmal so wenige Gäste den Weg hoch gefunden haben.

„Ich schätze 40 Prozent weniger“, sagt Hans Aschbacher. An machen Tagen waren er und seine Frau ganz allein auf der Hütte. Der Grund dafür liegt aber keinesfalls bei dem Wirte-Ehepaar: Es ist vielmehr das schlechte Wetter, das dem gesamten Tourismus in Österreich einen durchwachsenen Sommer beschert hat.

Mehr Hagener Gäste erwünscht

Es ist eine Einschätzung, die Rainer Schubert, der Vorsitzende der Sektion Hagen des Deutschen Alpenvereins, bestätigt: „So ein schlechter Sommer kommt vielleicht alle zehn Jahre vor. Wir hatten nur 60 bis 70 Prozent der normalen Übernachtungszahlen.“ Der Hagener Sektion gehört die inzwischen 102 Jahre alte Hütte in den Hohen Tauern, die zum 100.Geburtstag aufwändig saniert worden war.

Bei den Hagenern ist die Hütte, die den Namen ihrer Stadt trägt, lang nicht so präsent, wie es sich der Sektionsvorsitzende wünschen würde: „Natürlich spielt da eine Rolle, dass sie fast 900 Kilometer entfernt von Hagen liegt. Das ist schon weit weg“, sagt Rainer Schubert. Er sieht aber auch ein Problem im etwas eingeschlafenen Tourismus in Mallnitz, also dem Kärntner Städtchen im Tal, aus dem in der Regel der Aufstieg auf die Hagener Hütte erfolgt. „Inzwischen kommen aber viele Gäste von der anderen Seite aus Bad Gastein, da ist mehr los“, weiß Schubert.

Hüttenwirt Hans Aschbacher kann das bestätigen: „Auch aus Sportgastein kommen ganze Gruppen.“ Mehr Hagener würden er und seine Frau Sissy aber auch gerne hier oben sehen. Den könnten sie sogar ein großes Stück Heimatgefühl ermöglichen: Denn eine Flasche Eversbusch gehört zur Hüttenbar. Sie ist das Mitbringsel einer großen Hagener Gruppe rund um den früheren Oberbürgermeister Jörg Dehm, die im 100. Jubiläumsjahr auf die Hütte gekommen war.

Wunsch: Besuch in der Volmestadt

„Das war eine nette Gruppe“, erinnern sich Hans und Sissy Aschbacher gerne. Sie sind Urgesteine auf der Hagener Hütte. Schon Hans Eltern, Emi und Johann Aschbacher, hatten im Jahr 1967 die Bewirtung der Hagener Hütte übernommen. Hans hat schon als Kind hier oben große Teile des Jahres gelebt. Und er hat die Familientradition fortgesetzt. Und auch seine Ehefrau Sissy ist seit 21 Jahren in jeder Saison – sie dauert in der Regel von Mitte Juni bis Mitte September – hier oben auf der Hütte. Der älteste Sohn (18) ist mittlerweile in der Ausbildung. Christoph (13), der Jüngere, hat indes auch in diesem Jahr seine Ferien hier oben verbracht.

Wer schon so viele Jahre die Hütte bewirtschaftet und für die Bergwanderer und Touristen da ist, der kommt selbst nicht zum Reisen. Schon gar nicht nach Hagen. Und so haben die beiden kaum eine Vorstellung, wie es denn aussieht in der Volmestadt, die ihrem jahrzehntelangen Sommer-Domizil den Namen gibt. Dabei würden sie schon mal gerne vorbei schauen. „Als die große Delegation mit dem Oberbürgermeister jüngst hier war, da wurden wir auch eingeladen“, schmunzelt Hans Aschbacher. „Aber jetzt ist die Stadt ja wohl so pleite, dass es nicht mehr geht.“

Zurück zum schlechten Wetter in diesem Jahr. Für Hans und Sissy Aschbacher ist das mehr als nur ärgerlich. Weniger Gäste bedeutet für das Wirte-Ehepaar auch weniger Einnahmen. Sie leben hauptsächlich von dem, was die Gäste auf der Hütte essen und trinken. Unterkriegen lassen sie sich aber auch durch diese Saison nicht: „Man muss positiv denken“, sagt Sissy Aschbacher. Und auf die nächste Saison hoffen. Vielleicht auch mit ein paar mehr Gästen aus Hagen.

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