Schlaglöcher werden immer gefährlicher

Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen..  Mit dem Tauwetter wird die Lage auf den Straßen immer offensichtlicher: Schlaglöcher wohin das Auge reicht. Ein Umstand, der Michael Haneke und seine Kollegen vom Fachbereich Grünanlagen- und Straßenbetrieb an den Rand der Verzweiflung treibt.

Freie Fahrt über die Altenhagener Hochbrücke hinweg zum Kegelcasino. Der Schnee türmt sich auf der Bundesstraße 54 lediglich noch entlang der Fahrbahn, der Belag erscheint flockenfrei und dennoch lebensgefährlich – zumindest für Motorradfahrer. Denn unvermittelt taucht eine lange, etwa 20 Zentimeter breite, tief klaffende Öffnung im Asphalt auf. Für Kradpiloten eine lebensgefährliche Falle.

Schlaglöcher ähnlicher Dimensionierung platzen momentan tagtäglich auf Hauptverkehrsachsen, aber auch Nebenstrecken hervor. Der stetige Wechsel von Frost- und Tauwetter lässt Schmelzwasser in die feinen Risse auf Hagens ramponierten Straßen eindringen, die bei Minusgraden dann den Belag aufsprengen. Ein Kreislauf des Winterwetters, der Michael Haneke und seine Kollegen vom Fachbereich Grünanlagen- und Straßenbetrieb an den Rand der Verzweiflung treibt. Zwar werden die größten Löcher gerade notdürftig gestopft, doch an eine nachhaltige Reparatur der Schadstellen ist kaum zu denken. „Deutlich mehr als die Hälfte der Hagener Straßen ist schadhaft“, ahnt Haneke bereits heute. Dabei wird sich ein konkreter Zustandsbericht erst nach dem bevorstehenden Tau-Wochenende erstellen lassen.

Tempo-10-Warnschilder

Bis dahin konzentriert sich die Stadt darauf, allerorten den Verkehr aufrecht zu erhalten. Und sei es durch Tempo-10-Warnschilder, wie sie bereits an der West-, Eugen-Richter-, Haenel-, Selbecker, Eilper und Kölner Straße zu finden sind. An anderen Stellen sind – verbunden mit der Hinweistafel „Achtung Straßenschäden“ – immerhin noch 30 Stundenkilometer zugelassen. Parallel zu den weitgehend effektfreien Flickarbeiten kümmert sich der kommunale Straßendienst auch noch um Schilder und Pfosten, die durch Auto-Kollisionen oder auch Schneeschieber in Schieflage geraten sind. Außerdem werden die ersten verstopften Gullys vom Streusplitt befreit, damit ab Donnerstag das Tauwasser kontrolliert in die Kanalisation abfließen kann.

Aber auch in den Fußgängerbereichen zeichnet sich Bedrohliches ab. Während am Gelling eine Treppenanlage angesichts des Frostes gesperrt werden musste und vielerorten bereits die Warnschilder vor schief stehenden Bürgersteigplatten warnen, weiß Haneke, dass auch in den Fußgängerzonen in der City, aber auch in Haspe und Hohenlimburg so manche stolperträchtige Pflasterfläche saniert werden muss.

3,3 Millionen Euro

Knapp 3,3 Millionen Euro stehen Haneke und seinen Teams in diesem Jahr zum Erhalt des Straßennetzes so­wie der angrenzenden Grünbereiche zur Verfügung. Vor dem Hintergrund von 651 Straßenkilometern, 38 Plätzen und drei Fußgängerzonen ein eher überschaubarer Betrag. Dennoch will der Kommunalbeamte versuchen, zumindest an einigen Stellen die schadhaften Deckschichten zu erneuern. Diese sind – je nach Verkehrsbelastung – nach 12 bis 15 Jahren zerschlissen. „Hier kann man mit wenig Geld große Effekte erzielen“, wirbt Haneke für kontinuierlichen Substanzerhalt. Konkret: Die Sanierung von 100 Metern Deckschicht in der Haenelstraße kostet etwa 18 000 Euro.

 
 

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