Scharfer Protest gegen geplante Beseitigung der Blumenkübel

Die Blumenkübel an der Stennertstraße sollen entfernt werden. Frank Schmidt (Bürger für Hohenlimburg) ist dagegen.
Die Blumenkübel an der Stennertstraße sollen entfernt werden. Frank Schmidt (Bürger für Hohenlimburg) ist dagegen.
Foto: Michael Schuh

Hohenlimburg..  Nein, einen Blickfang stellen die Blumenkübel an der Stennertstraße nun wahrlich nicht dar. Die Bepflanzung der Betongefäße präsentiert sich weitestgehend in einem vertrockneten Braun, hier und da liegt eine zerknüllte Zigarettenschachtel zwischen den Blättern. Der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) will die Kübel nun entfernen lassen – doch dagegen legt Frank Schmidt, Fraktionssprecher der Bürger für Hohenlimburg, sein Veto ein.

Als Grund für die geplante Beseitigung nennt der WBH die Einsparung von Unterhaltungskosten, die für die regelmäßige Bewässerung anfielen. Ohnehin sei die Bepflanzung nicht mehr so attraktiv, dass ein Fortbestehen gerechtfertigt wäre. Außerdem seien in einige Kübel Ratten eingezogen, die somit gleich „umgesiedelt“ werden könnten.

„So wie die Pflanzen aussehen, sind sie während der momentanen Hitzeperiode nicht einmal gewässert worden“, vermutet Schmidt indes fehlende Pflege als Grund für das traurige Bild und protestiert vehement gegen die Verwaltungspläne: „Nicht nur die Menschen in Hagen, sondern auch die Hohenlimburger Bürger haben Freude an Blumen und Anspruch auf urbane Lebensqualität.“ Statt einer Beseitigung fordert der Bezirksvertreter eine saisonale, möglichst farbenfrohe Bepflanzung der Kübel mit Blumen sowie regelmäßiges Gießen durch WBH-Mitarbeiter.

„Vielen Menschen ist es nämlich nicht egal, wie sich ihre Stadt präsentiert“, fährt Schmidt fort, „allerdings müsste sich die Verwaltung auch mal mit diesen Menschen auseinandersetzen, um deren Wünsche zu erfahren.“ Als Paradebeispiel nennt er Gevelsberg, wo blühende Blumen in den Straßen etwas ganz Alltägliches seien: „Dort weiß man, dass es alles andere als gewinnbringend ist, wenn man am gepflegten Stadtbild spart.“

Um die chronisch leere Haushaltskasse zu entlasten, schlägt Schmidt eine Initiative vor, bei der Bürger Patenschaften für einzelne Kübel übernehmen könnten.

Und was passiert mit den Ratten? „Mal ganz ehrlich“, sagt der Bezirksvertreter schmunzelnd, „ich habe dort trotz intensiver Suche keine gesehen.“

 
 

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