Sängerin Nena bekennt sich zu ihrer Heimatstadt Hagen

Nena als Laudatorin bei der 50. Verleihung der Goldenen Kamera: Am Samstag, 7. März 2015, steht sie in Hagen auf der Bühne. Für die Sängerin ist es eine "schöne Zeitreise in meine Vergangenheit".
Nena als Laudatorin bei der 50. Verleihung der Goldenen Kamera: Am Samstag, 7. März 2015, steht sie in Hagen auf der Bühne. Für die Sängerin ist es eine "schöne Zeitreise in meine Vergangenheit".
Foto: dpa
„Ich habe kein gespaltenes Verhältnis zu meiner Heimatstadt.“ Das sagt Sängerin Nena über Hagen. Im Kulturzentrum Pelmke steht sie am Samstag, 7. März 2015, im Rahmen ihrer Clubtour auf der Bühne.

Hagen-Wehringhausen.. Es ist eine Rückkehr in jene Stadt, in der Nena ihre Kindheit und ihre Jugend verbracht hat. Hier hat sie zum ersten Mal auf der Bühne gestanden und dann den Sprung nach Berlin gewagt. Über ihr Verhältnis zur Stadt und über ihre Erinnerungen sprach die Sängerin, die gerade ihr neues Album „Oldschool“ veröffentlicht hat, im Interview mit unserer Redaktion.

Welche Bedeutung hat für Sie der Auftritt in Hagen?

Nena: Der Auftritt in Hagen ist für mich wie eine schöne Zeitreise in meine Vergangenheit. Das fühlt sich toll an, ich freue mich sehr darauf.

Was machen Sie in der Zeit vor bzw. nach dem Konzert?

Nena: An dem Tag kommen wir aus Luxemburg und düsen dann direkt von der Autobahn zum Soundcheck. Nach dem Konzert nehme ich mir noch Zeit für ein Treffen mit Leuten aus dem Publikum. Gegen zwei Uhr morgens werde ich dann wahrscheinlich in mein Bett ­fallen (lacht).

Was verbindet Sie mit der Pelmke?

Nena: Die Pelmke ist meine alte Grundschule. Ich habe das Ding seit 48 Jahren nicht mehr von innen gesehen, und nun stehe ich bald in meiner alten Schulaula und spiele ein Rock-Konzert. Das finde ich ziemlich abgefahren. Mal sehen, vielleicht ist ja meine Garderobe sogar mein altes Klassenzimmer... (lacht)

Warum haben Sie diese Bühne ausgewählt, die auf der Tour ja mit Abstand die kleinste ist?

Nena: Für die Clubtour habe ich bewusst kleinere Venues gesucht und gerade mit diesem Ort verbindet mich ja etwas ganz Besonderes. Ich wollte das unbedingt machen und bin froh, dass es geklappt hat! Für Hagen waren die 150 Tickets übrigens in 37 Sekunden ausverkauft, ich hab mich darüber echt gefreut.

Wann und warum waren Sie zuletzt in Hagen?

Nena: Letztes Jahr. Zum Geburtstag meiner besten Freundin und zum Begräbnis meines Vaters.

Ihnen wird ja oft ein gespaltenes Verhältnis zur Heimatstadt nachgesagt - was ist daran?

Nena: Ich habe kein gespaltenes Verhältnis zu meiner Heimatstadt. Hagen ist der Ort, wo ich aufgewachsen bin, da liegen meine Wurzeln – das würde ich nie in Frage stellen. Aber genauso klar war für mich auch, dass ich eines Tages gehen werde. Hagen bleibt der Ort meiner Kindheit, ich habe schöne Erinnerungen daran, aber ich bin auch froh, dass ich damals meinem Gefühl gefolgt bin und mit 19 den Sprung nach Berlin gewagt habe. Das hat weder Hagen noch mir geschadet (lacht).

Was verbinden Sie mit Breckerfeld?

Nena: Eine paradiesische Kindheit, ich habe dort die ersten fünf Jahre meines Lebens verbracht. Schöner kann man nicht aufwachsen, finde ich. Um mich herum nur Wald und Wiesen, das hat mir für mein späteres Leben viel Kraft und Bodenständigkeit gegeben.

Ihr erster Auftritt in Hagen - woran erinnern Sie sich noch?

Nena: Mein allererstes Live-Konzert war im Jugendzentrum in Haspe, und es standen genau 28 Leute vor der Bühne. Zwei davon hatten sogar ein Ticket gekauft, die anderen waren Family and Friends. Vor der Show war ich super aufgeregt und als ich dann da oben stand, war das alles sofort verflogen. In dem Moment wusste ich: „Das ist genau das, was ich machen will.“

Wo liegt Ihr Lieblingsplatz in der Stadt?

Nena: In Wehringhausen gab es eine Eisdiele auf der Langestrasse, das war zum Beispiel ein Lieblingsplatz von mir. Ich weiß nicht, ob die noch existiert. . .? Wenn ja, gehe ich da vor meiner Show vielleicht noch mal schnell ein Eis essen, „is ja umme Ecke“ sozusagen. Der Kaiser-Friedrich-Turm war für mich und meine Freunde auch ein beliebter Ort, da konnte man ungestört sein und heimlich die ersten Zigaretten rauchen. Und das Pinks Place war dann später mein Lieblingsclub.

Verfolgen Sie heute noch, was in Hagen passiert?

Nena: Meine beste Freundin lebt noch in Hagen, sie hält mich auf dem Laufenden und erzählt mir immer, was in der Stadt so abgeht.

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