Richtiges „Aus“

Manchmal muss man konsequent sein. Auch wenn es vielleicht weh tut . . . Vor zwei Jahren haben wir bei uns im Blatt über die Nöte des Café Boelerbü berichtet. Rolf Moser, Schulleiter der Fritz-Steinhoff-Gesamtschule (hier befindet sich das Café, das als kulturelle Stätte und Zusatz-Kantine genutzt wird bzw. wurde) und seine Kollegen bedauerten damals, dass das Schülercafé mit kulturellem Touch einen Tod auf Raten sterbe. Wenn sich kein ­Rettungsanker auftue.


In doppelter Hinsicht, erklärte Moser, gäbe es Probleme rund um die 2003 eingeweihten Räumlichkeiten: Das ehrenamtliche Engagement von Eltern sowie von interessierten Bürgern aus dem Stadtteil Helfe habe sich fast gänzlich in Luft aufgelöst, parallel dazu sei die Zahl derer, die die angebotenen kulturellen Veranstaltungen besuchten, drastisch gesunken. Daher baten Moser und Co. damals Ehrenamtliche, sich wieder mehr einzubringen.


Ohne Ergebnis, wie das Kulturteam der Einrichtung jetzt mitteilt. Die mickrigen Einnahmen durch Eintritt und Verzehrerlös hätten die Ausgaben für Künstler und Drumherum bei weitem nicht gedeckt. Man werde nun die Reißleine ziehen und den Kulturbereich des ­Café Boelerbü schließen.


Eine Bankrott-Erklärung ans Ehrenamt? Nein. Manche Angebote überholen sich im Laufe der Jahre einfach. Mit Gewalt an etwas festzuhalten, das kaum angenommen wird, wäre engstirnig. Daher ist das „Aus“ zwar schade, aber ­dennoch eine kluge Entscheidung.

EURE FAVORITEN