Ricarda-Huch-Schule unter Denkmalschutz

So sah die Ricarda-Huch-Schule während ihrer Entstehung im Jahr 1954 aus.
So sah die Ricarda-Huch-Schule während ihrer Entstehung im Jahr 1954 aus.
Foto: WP

Hagen-Mitte.. Das vierflügelige Hauptgebäude sowie die Turnhalle mit der Aula der Ricarda-Huch-Schule werden in die Hagener Denkmalliste eingetragen. Darauf hat sich die städtische Fachverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege in Münster verständigt.

Die Bezirksvertretung Mitte stimmte dem Vorhaben in ihrer gestrigen Sitzung einstimmig zu. Das Objekt wird als bedeutend für die Schulgeschichte der Stadt Hagen nach dem Zweiten Weltkrieg eingestuft.

Klassenräume zerbombt

Nach den Bombennächten waren etwa 80 Prozent der Klassenräume in Hagen nicht mehr nutzbar. Entsprechend wurde 1947 intensiv damit begonnen, Neubauten zu errichten. Die Ricarda-Huch-Schule, die ab 1954 entstand, war seinerzeit die einzige Investition in einer weiterführende Schule. Das Gebäude hat bis heute stadtbildprägenden Charakter.

Vor den Kriegsjahren diente das Grundstück nördlich der Volme als Reitplatz. Der architektonische Entwurf folgte den Vorstellungen einer aufgelockerten Stadt. Als Gegenentwurf zu den totalitären Erziehungsstätten des Dritten Reiches sollten in dem offen gestalteten Schulgebäude Licht und Helligkeit dominieren. Gleichzeitig ist der Baukörper städtebaulich so angeordnet, dass er zum Gemeinwesen hin geöffnet platziert wurde – in diesem Fall also in Richtung Stadtzentrum und Rathausverwaltung. Darüber hinaus sichert der Denkmalschutz die opulente künstlerische Ausstattung der Ricarda-Huch-Schule, die über das übliche Maß in dieser Zeit weit hinaus geht. Die Stilrichtungen reichen vom Klassizismus bis zur Moderne. Künstler wie Renée Sintenis, Emil Schumacher, Robert Pudlich, Carl Baumann, Johanna Wagner, Heinrich Hawick und Heinrich Holthaus haben dort ihre Spuren hinterlassen.

19 Seniorenwohnungen

Zudem musste die Bezirksvertretung zur Kenntnis nehmen, dass sich die Tankstellen-Pläne für die Ecke Remberg-/Eickertstraße erledigt haben. Stattdessen soll auf der freien Eckfläche ein sechsgeschossiges Objekt mit 19 Seniorenwohneinheiten und sechs Stellplätzen entstehen. Die Bushaltestelle bleibt von dem Projekt unberührt.

 
 

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