Realschule Haspe wieder auf der Kippe

Die Realschule Haspe steht vor einer ungewissen Zukunft.
Die Realschule Haspe steht vor einer ungewissen Zukunft.
Foto: WAZ FotoPool
Die Existenz der Realschule in Haspe steht wieder auf der Kippe. Die Stadtverwaltung schlägt vor, für das Schuljahr 2014/15 an der Lehranstalt keine Anmeldeverfahren zuzulassen.

Hagen.. Im Schulamt haben in den vergangenen Monaten die Köpfe geraucht. Fachbereichsleiter Jochen Becker und sein Stab haben zahlreiche Szenarien durchgespielt, um auf jedwede Entwicklung in der Hagener Schullandschaft reagieren zu können.

Die ständig sinkende Kinder- und damit Schülerzahl diktiert das Geschehen, doch viele Fragen sind offen. Die wichtigste, von der vieles in Hagen abhängt: Werden die geplanten Sekundarschulen am Remberg und in Altenhagen die vorgeschriebenen 75 Anmeldungen pro Standort erreichen?

Überkapazitäten

„Wir befinden uns in einer Übergangsphase“, brachte Becker die Dinge gestern auf den Punkt. Um die Sekundarschulen zu stärken und zudem vorhandene Überkapazitäten im Realschulbereich abzubauen, schlägt sein Amt vor, 2014/15 an der Realschule Haspe kein Anmeldeverfahren durchzuführen. Zum einen sei die Hasper Schule in diesem Jahr die anmeldeschwächste Realschule gewesen, zum anderen werde ja an der Berliner Straße die Gründung einer dritten Sekundarschule erwogen, in der die Realschule dann ohnehin aufgehen würde.

Da der Rat jedoch im Juli explizit den Erhalt der Hasper Realschule beschlossen hatte, empfiehlt das Schulamt alternativ, die Zügigkeit an den Realschulen Halden, Haspe und Boelerheide auf jeweils zwei fünfte Klassen zu begrenzen. Nur die Realschule in Hohenlimburg soll aufgrund ihrer Entfernung von den übrigen Standorten dreizügig sein dürfen.

Vom Wahlverhalten der Eltern abhängig

Auch mit dieser Strategie würden die Sekundarschulen unterstützt und der Realschulbereich den prognostizierten Schülerzahlen angepasst. Zur Erinnerung: Die Abwicklung der Realschule Emst ist bereits beschlossene Sache, die Realschule Altenhagen soll in einer der Sekundarschule aufgehen.

Falls sich im Stadtrat für keinen der beiden Vorschläge einer Mehrheit findet, sind die weiteren Geschehnisse ausschließlich vom Wahlverhalten der Eltern abhängig und davon, ob sich genügend Schüler für die Sekundarschulen finden. „Dann bestände die Gefahr, dass vom Projekt Sekundarschule nichts übrig bleibt“, so Horst Herrmann, Fachdienstleiter in der Schulverwaltung. Sollte tatsächlich nur eine oder gar keine Sekundarschule zustande kommen, müsste Plan B aktiviert werden, dann bliebe neben Halden, Haspe, Hohenlimburg und Boelerheide höchstwahrscheinlich auch die Realschule in Altenhagen am Netz.

Hauptschulen verschwinden

Die Hauptschulen, deren Niedergang die Reformpläne überhaupt erst angestoßen hatte, stehen so oder so vor einer düsteren Zukunft. Schuldezernent Dr. Christian Schmidt ließ gestern keinen Zweifel daran, dass diese Schulform in Hagen früher oder später vollständig von der Landkarte verschwinden solle. Neben Vorhalle, Remberg und Altenhagen soll im nächsten Jahr auch an den Standorten Hohenlimburg und Boelerheide kein Anmeldeverfahren gestattet werden bzw. die auslaufende Schließung beginnen.

Nur die Ernst-Eversbusch-Schule in Haspe soll vorerst bestehen bleiben – vor allem, um Abgänger von den Realschulen aufzufangen. Nur wenn die Sekundarschulen scheitern, dürften zusätzlich die Hauptschulen am Remberg und in Boelerheide überleben.

 
 

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