Raum für Respekt

Martin Weiske

Die Sommersaison neigt sich dem Ende zu, da entdecken die Hagener Grünen eines ihrer Ur-Themen neu: den Radverkehr. Kein Grund zu lästern – in einer Stadt wie ­Hagen muss man ja schon dankbar sein, wenn überhaupt jemand die Lobbyarbeit für die gefähr­detste Gruppe auf unseren Straßen übernimmt.


In einem Antrag für die Bezirksvertretung Mitte fordern die Grünen nicht bloß die Entschärfung einiger Gefahrenpunkte, sondern auch durchgängige Radwege und Radspuren oder die Freigabe der Bürgersteige auf besonders gefährlichen Abschnitten. Gemeint sind Hauptverkehrsachsen wie die ­Altenhagener Straße, die Körnerstraße oder auch die B7 zwischen Hauptbahnhof und Haspe.


Wie’s funktionieren kann, haben die Hasper auf der Voerder Straße vorgemacht. Dort ist die Fahrbahn zwar nicht einen Millimeter breiter geworden. Aber seit dort ein weiß gestrichelter Streifen einen separierten Raum für Radfahrer suggeriert, erfahren diese zumindest ein wenig mehr Respekt, wenn sie in Richtung Hasper Talsperre fahren. Und genau das ist für Zweiradler ohne Knautschzone im Reigen mit den Blechkarossen schon die ­halbe Miete.