Rahmen für neues Zentrum steht

Martin Weiske
Das Einzelhandelszentrum Westerbauer soll auf der ehemaligen Brandt Brache entstehen.
Das Einzelhandelszentrum Westerbauer soll auf der ehemaligen Brandt Brache entstehen.
Foto: WP Michael Kleinrensing
  • Umwandlung des Brandt-Gewerbegebietes in Einzelhandelsareal rückt näher
  • Auch Gesundheitszentrum und Büroflächen geplant
  • Damit würde sich Gewrebe in allgemeinen Siedlungsbereich verwandeln

Haspe. Die Umwandlung des Zwieback-Brandt-Gewerbegebietes an der Enneper Straße in ein neues Einzelhandelsareal – ergänzt durch ein Gesundheitszentrum sowie neue Büroflächen für die Brandt-Hauptverwaltung – rückt wieder ein Stück näher. Sollten Stadtentwicklungsausschuss und Rat in der kommenden Woche dem Votum der Bezirksvertretung Haspe folgen und im Rahmen des notwendigen Bebauungsplanverfahrens die Offenlage beschließen, könnte noch im Herbst jeder Interessent seine Anregungen und Bedenken zu dem Projekt formulieren. Damit verwandelt sich eine stattliche Fläche für Gewerbe- und Industrieansiedlungen in einen allgemeinen Siedlungsbereich.

Projektentwickler Günter Herms (HD Investitions- und Verwaltungs-Gesellschaft, Siegburg) und sein gestalterischer Partner, das Halveraner Planungsbüro Eicker, setzen weiterhin auf eine Einzelhandelsnutzung durch Rewe (2400 qm, inkl. Getränkeshop), Aldi-Discounter (1200 qm) und einen Drogeriemarkt (600 qm). Hinzu kommen ein Gesundheitszentrum (2570 qm) sowie der künftige Sitz der Brandt-Hauptverwaltung. Die Nutzung für die historische Werkstatthalle (1000 qm) bleibt derweil noch diffus.

VerfallDie Verkehre auf das Areal des ehemaligen Kekswerks mit etwa 300 Stellplätzen sollen allesamt über die Enneper Straße fließen, so dass die Wohnbebauung rund um die Nord- und Westerbauer Straße weitgehend unbehelligt bleibt. Dafür wird in Fahrtrichtung Haspe eine gesonderte Linksabbiegerspur eingerichtet. Die Verladerampen und Rangierflächen für die anliefernden Sattelzüge sind im hinteren Teil des 36 100 Quadratmeter großen Areals am Ufer der Ennepe vorgesehen.

Gesundheitszentrum im Denkmal

Hier soll zudem ein Fuß- und Radweg entlang einem Grünstreifen entstehen. Damit soll ein neuer Freizeit- und Erholungsraum am Flussufer entstehen. Die bestehende Ufermauer wird auf einer Länge von 245 Metern entfernt und durch eine naturnahe Böschung ersetzt. Außerdem sollen im Flussbett so genannte Störsteine platziert werden, die die Ennepe wieder in einen attraktiven Lebensraum für Wassergetier verwandeln sollen.

Für das Hasper Gesundheitszentrum bleibt das ehemalige Brandt-Hauptverwaltungsgebäude reserviert, das mit seiner stadtbildprägenden Optik nicht nur den Has-pern seit Jahrzehnten vertraut ist. Der Gebäudekomplex, der sich um einen Innenhof gruppiert, gehört mit seiner Fassade und den dort mündenden Brandt-Brücken zu jenen Teilen des Industriekomplexes, die unter Denkmalschutz stehen. Der Büro-Komplex der künftigen Brandt-Verwaltung wird an der Ecke Enneper/Krefelder Straße entstehen. Damit verlässt das Unternehmen wieder seinen Interims-Standort im Hasper Zentrum und kehrt nach Westerbauer zu seinen unternehmerischen Wurzeln zurück. Trotz dieses neuen Baukörpers an der Bundesstraße soll die gesamte Straßenschlucht sich in Zukunft deutlich luftiger und offener präsentieren.

Für die Umsetzung dieses Konzeptes müssen sämtliche Gebäude – von den denkmalgeschützten Objekten mal abgesehen – auf dem Brandt-Gelände in drei Bauabschnitten abgerissen werden. Hinzu kommen die vier Wohnhäuser zwischen den ebenfalls denkmalgeschützten Brandt-Brücken und der Krefelder Straße. Die gegenüberliegende Straßenseite, wo bis zur Schließung des Werks im Jahr 2003 einst die Zwieback-Produktion untergebracht war, bleibt von den jetzigen Projektplänen zunächst unberührt.

Baustart 2017 ist möglich

Barbara Hammerschmidt, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung, geht davon aus, dass nach den Eingaben im Rahmen der Offenlegung und der anschließenden Abwägung und Prüfung der öffentlichen Interessen der Satzungsbeschluss folgen kann. Damit wäre das geänderte Planungsrecht für das Brandt-Areal geschaffen und es könnten seitens des Investors die entsprechenden Bauanträge folgen. Damit wird es zum ersten Mal konkret vorstellbar, dass an der Enneper Straße Ende 2017/Anfang 2018 die Bagger rollen. „Wir biegen auf die Zielgerade ein“, so die Einschätzung von Hammerschmidt.