Radler-Sorgen

Bekenntnisse, dass Hagen endlich radfahrfreundlicher gestaltet werden müsse, gibt es reichlich. Vor allem in Wahlkampfzeiten. Lediglich bei der Umsetzung hapert es gerne – Politik und Verwaltung bewegen sich hier maximal im Tretroller-Tempo.

Bestes Beispiel ist die vordere Augustastraße. Diese wurde zuletzt auf den letzten Metern in eine Einbahnstraße mit schicken Pflanzbeeten verwandelt. Damit mutierten Radfahrer, die artig auf der extra rot gepflasterten Spur in die Pedale traten, auf ihrem Weg in die Innenstadt plötzlich beim Abbiegen auf die Bergstraße zu Geisterfahrern. Allerdings mussten sie zuvor im Einmündungsbereich noch einer plötzlich auftauchenden Grünfläche ausweichen, die den Radweg jäh beendete.

Ein planerischer Fauxpas, den die Behörde jetzt zu heilen versuchte. Kurzerhand wurde auf den letzten Metern mit weißer Farbe ein Ersatz-Radweg auf die Fahrbahn gepinselt. Eine klare Regelung, die natürlich dennoch dazu führt, dass die Zweirad-Fraktion von jedem zweiten Automobilisten als vermeintlicher Verkehrssünder mit drohenden Gesten und Sprüchen zurechtgewiesen wird.

Was der leidgeprüfte Radler auf Hagens Straßen locker aus seinem Nervenkostüm klopft. Blöd ist nur, dass neuerdings der markierte Zweiradstreifen zur Parkbucht umfunktioniert wird – gratis versteht sich. Vielleicht sollten hier unsere engagierten Politessen einmal vorbeischauen, ob man diesen Stellplatz nicht mit einer gewissen Gebührenpflicht hinterlegen sollte.

 
 

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