Radfahrer fühlen sich ausgesperrt

Dortmund.  Es ist Schilder-Sommer am Phoenix-See. Im Juli hat die Stadt einen Teil des beliebten Ausflugsziels zur Fußgängerzone erklärt und damit Radfahrer ausgesperrt. Nun ist auch eine Ausweichstrecke nur noch für Fußgänger nutzbar. Viele Radfahrer sehen das erträgliche Maß an Reglementierung überschritten.

Schon die Fußgängerzonen-Schilder hatten eine Debatte ausgelöst. Aufgestellt wurden sie auf einer Strecke von rund 200 Metern entlang des Gastronomie- und Geschäftsbereichs, weil es Beschwerden von Fußgängern über rücksichtlose Radler gab – und offenbar immer noch gibt.

Absperrbügel

Deshalb hat die Stadt noch einmal nachgelegt. An der Hörder Hafenstraße ist auch ein Weg, auf dem sich die Fußgängerzone bisher legal umfahren ließ, mit einem Absperrbügel und einem „Fußweg“-Schild versehen worden. Die Fußgängerzone ist bis zur Emscherbrücke auf Höhe des Toilettenhäuschens ausgeweitet worden.

„Ziel ist es, dass Radfahrer außen um das Gelände fahren und Konflikte mit Fußgängern vermieden werden“, sagt Stadtsprecher Frank Bußmann. Zwar kommen Radfahrer weiterhin auf dem Rundweg um den See. Allerdings nur über einen erheblichen Umweg, wenn sie sich nicht illegal verhalten wollen.

Für Michael Hüttemann, der den See regelmäßig auf zwei Rädern besucht, ist das ein Schritt zu viel. „Radfahrer werden vom schönsten Teil des Sees ferngehalten“, sagt der Dortmunder. Stattdessen endet die Fahrt an der Fußgängerzone vorbei jetzt in einer Sackgasse. „Absurd“, findet Hüttemann das.

Kaum Kontrollen

Bleibt die Frage, ob die Schilder etwas an der Situation ändern. Die von der Stadt beauftragten Sicherheitsdienste und die Polizei weisen Radfahrer auf die Regeln hin und ahnden Verstöße. Vor Ort ist von Kontrollen allerdings häufig nichts zu sehen – und so halten sich „legale“ und „illegale“ Radfahrer die Waage. „Es gibt dort keine Schwerpunktkontrollen. Aber diejenigen, die sich rücksichtslos verhalten, sollten sich nicht zu sicher fühlen“, sagt Polizeisprecher Kim Ben Freigang. Die Polizeiwache Hörde befindet sich in Blickweite zum Hafenquartier. „Die Schilder sind nicht interpretierbar. Wir appellieren an den gesunden Menschenverstand, einfach abzusteigen.“ Für Radfahrer wie Michael Hüttemann bleibt der Frust bei der Tour zum See. „Um sportlich fahrende Radfahrer von der Fußgängerzone fernzuhalten, ist im Bereich von Hafen und Burg eine entsprechende Route auszuweisen“, lautet sein Lösungsvorschlag. Zumal es auch Beschwerden über Fußgänger gibt, die Radwege blockieren. „Hier erfolgt eine eindeutige Beschilderung“, sagt Stadtsprecher Bußmann. So sieht er aus, der Schilder-Sommer am See.

 
 

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