Purps bleibt Chef der Hagener CDU

Jörg Klepper (li.) konnte die Mehrheitsverhältnisse an der CDU Spitze (Hintergrund) nicht erschüttern.
Jörg Klepper (li.) konnte die Mehrheitsverhältnisse an der CDU Spitze (Hintergrund) nicht erschüttern.
Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen.. Mit einem klaren, aber keineswegs glorreichen Ergebnis wählte die Hagener CDU am Samstag Christoph Purps erneut zu ihrem Kreisvorsitzenden. Der 49-Jährige konnte sich in einer Kampfabstimmung mit 59,5 : 40,5 Prozent gegen seinen Herausforderer Jörg Klepper, Ortsunion Boelerheide, durchsetzen.

Purps wertete das Ergebnis als Bestätigung für seinen „durchaus erfolgreichen“ Kurs bei den vergangenen Wahlen. So habe sich die Volkspartei durch die Kandidatur von Cemile Giousouf für den Bundestag sowie die Etablierung eines parteiübergreifenden Bewerbers für das Oberbürgermeisteramt eindrucksvoll Neuem geöffnet. „Hier waren wir die Architekten“, nahm der Möbelspediteur für die CDU in Anspruch, einen OB Erik O. Schulz erst möglich gemacht zu haben.

Disziplin und Kreativität seien zu einem Teamgeist innerhalb der CDU verschmolzen, der als Synonym für Geschlossenheit und Standfestigkeit der Partei erneut 20 Mandate im Rat beschert habe, so seine Bestandsaufnahme. Seine Aufgabe, „die Flügel zusammenzuführen ist nicht schlecht gelungen“, nahm Purps für sich in Anspruch und sicherte für die künftige inhaltliche Arbeit entlang des Thesenpapiers „Hagen 2030/2.0“ zu, die Parteimitglieder direkter in den Ortsunionen abzuholen. „Nur so kann das bei der Kommunalwahl gewonnene Vertrauen in die Zukunft getragen werden.“ Mit der politischen Öffnung hin zur „Allianz der Vernunft“ aus CDU, FDP und Grünen habe seine Partei viel Zuspruch erhalten und eine neue Begeisterung gerade bei jungen Leuten ausgelöst, bilanzierte Purps. Allerdings, so räumte er ein, sei angesichts der Wahlkämpfe die Kritikfähigkeit innerhalb der Partei ein wenig zu kurz gekommen.

Klima des Misstrauens und Mundtotmachens

Eine Wahrnehmung, die Konkurrent Jörg Klepper in seiner Bewerbungsrede weitaus deutlicher brandmarkte: „Unterschiedliche Meinungen dürfen nicht dazu führen, dass Kritiker in die Ecke gestellt werden.“ Auch diesmal sei – wie bereits vor zwei Jahren – angesichts seiner Gegenkandidatur wieder versucht worden, ihn durch Versprechungen und Druckkulissen von diesem Schritt abzuhalten. „Für mich ist der offene Wettstreit Teil des demokratischen Selbstverständnisses“, nahm der selbstständige Kaufmann für sich in Anspruch und kritisierte ein Klima des Misstrauens und des Mundtotmachens innerhalb der CDU. Vorwürfe, die durch wenig höfliche Zwischenrufe aus dem Auditorium geradezu noch unterstrichen wurden. Der 45-Jährige nahm für sich in Anspruch, die Partei durch Kommunikation, Meinungsoffenheit und eine Stärkung der Basisarbeit einen zu wollen.

Forderungen, die vielen Mitgliedern zwar aus der Seele sprachen, am Ende aber dennoch nicht zum Führungswechsel reichten.

Nur Gefolgsleute im Vorstand

Zumal Kämmerer Christoph Gerbersmann sowie der wiedergenesene Ex-Parteichef Helmut Diegel sich vor dem mit Spannung erwarteten Urnengang massiv für weitere zwei Jahre mit Christoph Purps an der CDU-Spitze stark gemacht hatten. Spekulationen, Diegel habe sich zu seinen „Never change a winning team“-Statement im Beisein von NRW-CDU-Generalsekretär Bodo Löttgen lediglich deshalb hinreißen lassen, um seiner erneuten Landtagskandidatur 2017 den Weg zu ebnen, wurden von ihm prompt dementiert: „Da hege ich aktuell überhaupt keine Ambitionen.“

Mit dem Purps-Erfolg verwandelte sich auch das übrige Personal-Tableau des Kreisvorstandes dramatisch: Kein einziger Vertreter aus dem Heer der Kritiker stellte sich mehr für das Spitzenteam der Partei zur Verfügung. Selbst nach einem Vertreter der Jungen Union, die sich seit Monaten schon nicht mehr in die Parteiarbeit ausreichend inte­griert fühlt, sucht man vergeblich. Derer Vorsitzender Lars Vogler wurde nach eigenem Bekunden vom Purps-Team nicht einmal mehr gefragt, ob er für den Kreisvorstand ein zweites Mal zur Verfügung stehen wolle.

 
 

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