Protest vor Jobcenter am Berliner Platz

Hagen..  Hagen. „Jetzt schlägt’s 13 – stell mich an, nicht ab.“ Unter diesem Motto werden am Freitag, 13. September, um 13 Uhr Langzeitarbeitslose und Mitarbeiter von Caritas-Beschäftigungsprojekten gemeinsam mit Vertretern des Diakonischen Werkes und des Werkhofes vor dem Jobcenter am Berliner Platz vor dem Hauptbahnhof protestieren und sich damit an einer landesweiten Aktion beteiligen. Sie appellieren damit an Politiker aller Parteien, sich für Integration und soziale Teilhabe Langzeitarbeitsloser einzusetzen. „Langzeitarbeitslosigkeit ist ein großes Problem, das nicht tabuisiert werden darf, sondern in die Öffentlichkeit muss“, sagt Bernadette Rupa vom Caritasverband.

Kaum Chancen auf Eingliederung

Derzeit gibt es in Deutschland rund 1,3 Millionen Langzeitarbeitslose. Davon waren 486.185 erwerbsfähige Leistungsberechtigte seit der Einführung von Hartz IV kontinuierlich arbeitslos. „Diese Menschen haben häufig kaum noch eine Chance auf berufliche Eingliederung“, sagt Frau Rupa. Das führe zu sozialer Ausgrenzung und Isolation. „Die Folgen für diese Menschen und ihre Familien sind fatal.“

Große Papp-Aufsteller

Unter dem Motto „Stell mich an, nicht ab!“ führt die Caritas mit ihrer Bundesarbeitsgemeinschaft „Inte­gration durch Arbeit“ (IDA) derzeit eine Kampagne durch. 1700 lebensgroße Papp-Aufsteller, die die Silhouetten von zehn Langzeitarbeitslosen abbilden, stehen stellvertretend für alle Betroffenen. Hinter den Silhouetten verbergen sich individuelle Lebensläufe und Schicksale von Menschen, die via QR-Code abgerufen werden können.

Erst kürzlich hatte ein Prüfungsbericht des Bundesrechnungshofes darauf hingewiesen, dass die Bundesagentur für Arbeit Arbeitslose mit Vermittlungshemmnissen unzureichend betreut und sich auf die Kunden mit besseren Chancen am Arbeitsmarkt konzentriert. „Arbeitslose, die nur mit größerer Anstrengung wieder in Arbeit gebracht werden können, werden systematisch links liegen gelassen, da die Steuerungssysteme der Bundesagentur für Arbeit allein die Anzahl der Vermittlungen zählen“, kritisiert Frau Rupa.

 
 

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