Polizei Hagen: "Hören Sie auf, Fotos Ihrer Kinder zu posten"

Ein Selfie mit dem kleinen Sonnenschein - und dann das Glück bei Facebook teilen? Manche Eltern posten Fotos ihrer Kinder sehr unbedarft im Sozialen Netz.
Ein Selfie mit dem kleinen Sonnenschein - und dann das Glück bei Facebook teilen? Manche Eltern posten Fotos ihrer Kinder sehr unbedarft im Sozialen Netz.
Foto: iStock
  • "Auch Ihre Kinder haben eine Privatsphäre. Kinderfotos haben in sozialen Netzwerken grundsätzlich nichts zu suchen", so die Hagener Polizei
  • Facebook-Posting wurde mehr als 70.000 Mal geteilt
  • Die Behörde erhält für ihren Post viel Zuspruch von den Facebook-Usern

Hagen. "Auch ich habe eine Privatsphäre": Mit diesem Slogan wirbt die Polizei Hagen bei Facebook für mehr Sensibilität von Eltern. "Hören Sie bitte auf, Fotos Ihrer Kinder für jedermann sichtbar bei Facebook und Co zu posten", schreibt die Behörde in ihrem Eintrag vom Dienstag - und trifft damit offensichtlich den Nerv vieler Nutzer. Innerhalb von nicht einmal 24 Stunden ist der Eintrag bereits mehr als 70.000-mal geteilt und tausendfach kommentiert worden.

Die Diskussion, die die Hagener Polizei anstößt, ist nicht neu: Manche Eltern stellen unzählige Schnappschüsse von Kindern in unterschiedlichsten Lebenslagen ohne weitere Sicherheitsvorkehrungen ins Netz und werden dafür von anderen kritisiert. Der Vorwurf: Sie denken zu wenig über mögliche Folgen für den Nachwuchs nach.

Die Polizei Hagen appelliert an die Eltern: "Auch Ihre Kinder haben eine Privatsphäre. Kinderfotos haben in sozialen Netzwerken grundsätzlich nichts zu suchen. Denn das Internet 'vergisst' nichts". Weiter: "Vielleicht finden Sie die Fotos heute süß, Ihrem Kind sind sie in ein paar Jahren aber endlos peinlich. Oder Ihr Kind wir damit sogar gemobbt. Noch schlimmer: Pädophil veranlagte Menschen bedienen sich solchen Fotos und nutzen sie für ihre Zwecke bzw. veröffentlichen sie an anderer Stelle."

Die Behörde erhält für ihren Post viel Zuspruch von den Facebook-Usern. Unter dem Beitrag wird kräftig diskutiert. In Kommentaren heißt es unter anderem: "Ich bin auch der Meinung, Kinder haben generell nichts im Internet zu suchen" oder "Die Kinder werden nicht gefragt ob sie das wollen!" Traurig sei es auch, dass manche Eltern sogar ein eigenes Profil für ihre Kleinen erstellen.

Facebook-Beitrag erreichte Millionen Menschen

Mehr als 43.000 Facebook-Nutzer (Stand: Mittwoch, 8.50 Uhr) drückten den "Gefällt mir"-Button zum Beitrag. Rund fünf Millionen Menschen habe man bereits erreicht, kommentierte die Polizei Hagen - Tendenz: "stark steigend". Die Behörde bilanziert: "Das Thema scheint zu bewegen."

 
 

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