Politik kitzelt Händlerschaft

Zusammen mit Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser (rechts) freuen sich die Bezirksvertreter Frank Müller, Rebecca Kurt und Silvia Baltuttis (von links) über den neuen Lichterglanz rund um den Hasper Kreisel.
Zusammen mit Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser (rechts) freuen sich die Bezirksvertreter Frank Müller, Rebecca Kurt und Silvia Baltuttis (von links) über den neuen Lichterglanz rund um den Hasper Kreisel.
Foto: WP
Knapp 11.000 Euro investieren die Hasper in Adventsbeleuchtung. Eine in dieser Höhe einmalige Ausgabe. Damit sollen die Händler animiert werden, Gleiches zu tun.

Hagen-Haspe.. Knapp 11.000 Euro für sieben Lichterketten und zehn akkubetriebene Adventskränze? Da schlackerten den Haspern schon gewaltig die Ohren, als die Bezirksvertretung diese Investition Anfang November aus ihrem ohnehin schmalen Budget beschloss. Doch das Gremium wollte über sämtliche Fraktionsgrenzen hinweg ein pekuniäres Zeichen setzen, um durch weihnachtliche Illumination das Flair rund um den Hasper Kreisel zu optimieren. Ein Lichter-Statement mit klarer Intention, so Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser: „Wir wollen auf diesem Wege an die Gemeinnützige Wohnstätten Genossenschaft (GWG), die bei ,Pro Haspe’ organisierten Einzelhändler, aber auch an die Hausbesitzer appellieren, sich mehr für die optische Gestaltung des Hasper Zentrums zu engagieren.“

Insgesamt hat die Bezirksvertretung in sieben Gehölzen rund um das Kirmesbauer-Denkmal am Eingangsbereich der Fußgängerzone LED-Lichterketten installieren lassen, die dort künftig fest verbleiben. Das spart zumindest die Folgekosten für regelmäßige Dekoarbeiten. „Damit wird das Thema für uns langfristig sicherlich günstiger“, rechnet Thieser vor. Hinzu kommen die klassischen Adventskränze, die an den Straßenlaternen in der Fußgängerzone baumeln. Zuletzt hatte die BV Haspe regelmäßig mit 2500 Euro den Lichterschmuck der „Pro Haspe“-Aktivisten unterstützt.

Seit 16 Jahren organisiert Vorstandsmitglied Jörg Wirz (Wette Optik & Akustik) für die Gewerbetreibenden den adventlichen Schmuck rund um den Hasper Ortskern, vorzugsweise auf der Kölner Straße und am Kirchplatz. „Die Finanzierung der 13 Lichterketten, 13 Sterne und Straßenüberspannungen ist seitdem ein Dauerproblem“, hätte sich der Einzelhändler gewünscht, dass die Bezirksvertretung ihre Offensive mit der Hasper Interessen- und Fördergemeinschaft enger abgestimmt hätte. „Erst machen und dann informieren – dieses Verhalten ist leider symptomatisch für das Miteinander von Händlern und BV“, ärgert sich Wirz.

400 Bettelbriefe verschickt

Jetzt muss er versuchen, die Kosten in Höhe von 9000 Euro ohne den Support des Stadtbezirk-Parlaments zu stemmen. Doch die Resonanz auf seine alljährliche Bettelbriefaktion, die immerhin an 400 Hasper Betriebe verschickt werden, blieb bislang dürftig. Auch die diesjährige Weihnachtsverlosung, die mit 100 attraktiven Sachpreisen, aber auch Bargeld lockt, entwickelt sich mit überschaubarer Dynamik. „Wenn jeder Gewerbetreibende in Haspe nur einen Zehner gibt, hätten wir keine Probleme“, ahnt er bereits, dass ihm nach den Adventswochen die Liquidität für weitere Händler-Aktivitäten im nächsten Jahr fehlt.

Händler ringen um jeden Euro

Auf ein Engagement der Hausbesitzer entlang des Kreisels und der Fußgängerzone wagt der Hasper Einzelhändler ohnehin kaum zu hoffen, da diese aufgrund ihrer Herkunft meist ohnehin der Weihnachtskultur eher fern sind oder häufig in anderen Städten leben. „Wir müssen vermutlich unsere Reserven anfassen, das lässt unsere Satzung eigentlich gar nicht zu.“ Vor diesem Hintergrund findet Wirz klare Worte: „Wenn in diesem Jahr die Händler nicht aus den Puschen kommen, dann war es das letzte Mal mit der Weihnachtsbeleuchtung.“

Weihnachtsmärkte 2015 Für die Illuminierung der Vollbrinkstraße zeichnet wiederum die GWG verantwortlich. „Darum kümmert sich unser Hausmeister mit seinem Team in Eigenregie“, betont der Geschäftsführende Vorstand Christoph Rehrmann. „Wenn’s um die Aufwertung des Hasper Zentrums geht, lassen wir uns grundsätzlich nicht lumpen.“ Gleichzeitig versichert der Wohnungsmanager, dass man fürs nächste Jahr auch eine Beleuchtung der Torhaus-Fassade diskutieren werde. Der neuralgische Bau wirkt aktuell schon arg finster und ließe sich als Blickfang sicherlich geschickter in Szene setzen, wünscht sich auch Bezirksbürgermeister Thieser eine weihnachtliche Aufwertung seines Amtssitzes durch den Hausherrn GWG.

 
 

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