"Petz-App" soll in Hagen für mehr Sauberkeit sorgen

Der schnelle Hinweis per Smartphone: Mit einer App könnte dies ganz einfach werden.
Der schnelle Hinweis per Smartphone: Mit einer App könnte dies ganz einfach werden.
Foto: dpa
Mit einer neuen „Petz-App“ sollen Hagens Bürger in Zukunft mithelfen, für mehr Sauberkeit und Ordnung zu sorgen. Das Ordnungsamt begrüßt das Angebot.

Hagen.. Mit einem neuen Meldesystem per Smartphone-App möchte die Politik den Bürgern eine weitere Möglichkeit eröffnen, für mehr Sicherheit und Sauberkeit in der Stadt beizutragen. Bei nur drei Gegenstimmen folgte der Hagener Rat in der letzten Sitzung des Jahres einem Vorstoß der Liberalen, die Rahmenbedingungen für die Einführung einer neuen „Petz-App“ zu prüfen. Gefährliche Schlaglöcher, defekte Laternen, zugewucherte oder auch ungestreute Wege, herrenlose Fahrräder, überfüllte Papierkörbe, beschädigte Verkehrsschilder, wilde Müllkippen und Defekte an Spielplätzen – jeder Bürger erhält so die Chance, auf kurzem Weg die Verantwortlichen der Stadt zu informieren.

„Ein solches System könnte nicht nur die optischen Zustände im Stadtbild deutlich verbessern, sondern ist auch ein hervorragendes Instrument für mehr Bürgerbeteiligung“, erläutert die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Katrin Helling-Plahr den Vorstoß ihrer Partei. „Künftig können Bürger unterwegs mit ihrem Smartphone Missstände fotografieren und das Bild mit GPS-Positionsdaten, einer kurzen Beschreibung sowie den persönlichen Kontaktdaten bequem und unbürokratisch an die Stadt senden“, beschreibt Helling-Plahr das Prinzip.

Direkte Bürgerbeteiligung

Fraktionschef Claus Thielmann sieht die „Petz-App“ zudem als ein modernes Instrument der Bürgergesellschaft, das Menschen eng in die Abläufe einer Stadt einbindet: „Gerade die Verknüpfung von wichtigen kommunalpolitischen Zielsetzungen wie der Förderung von Sicherheit und Sauberkeit mit Formen der digitalen Bürgerbeteiligung ist zeitgemäß und zielführend.“

Ein These, die man beim Ordnungsamt der Stadtverwaltung durchaus teilt. „Wir sind für solche Service-Angebote durchaus offen“, betont Stadtsprecher Michael Kaub, „das kann uns helfen, Probleme zielgerichteter zu beseitigen.“ Die dazugehörigen Personal- und Koordinierungsfragen sollen jetzt in Absprache mit dem Umweltamt, der Gebäudewirtschaft sowie dem Wirtschafts- und dem Entsorgungsbetrieb geklärt werden. Konkrete Ergebnisse der verwaltungsinternen Vorprüfung sollen im neuen Jahr dem Umweltausschuss präsentiert werden.

Gute Erfahrungen auch in Berlin

Andere Gemeinden, beispielsweise Konstanz und Gladbeck, arbeiten bereits mit ähnlichen Meldesystemen und Beschwerde-Apps – mit hervorragender Resonanz. Allerdings zielt das Gros der Hinweise auf Falschparker, gerne auch auf Privatgrundstücken, ab. Hier stößt das System naturgemäß an seine Grenzen. Gute Erfahrungen macht auch die Bundeshauptstadt mit ihrem Beschwerde-App-System, das bereits in drei Bezirken läuft und 2015 Berlin-weit eingeführt werden soll.

Die Funktionsweise ist absolut simpel und vor allem die Abarbeitung transparent: Man tippt den Ort und die Art des Mangels in die Eingabemaske (gibt es auch als Internet-Seite) und hängt am besten noch ein Foto an. Die Beschwerde landet direkt beim Ordnungsamt und wird für alle Nutzer sichtbar in einem Online-Schaufenster aufgelistet. Ein nebenstehendes Ampel-System informiert gleich über den Stand der Bearbeitung: rot – noch nicht gesichtet; gelb – in Arbeit; grün – erledigt.

 
 

EURE FAVORITEN