Personaldiskussion in der Hagener Verwaltung gefordert

Das Bürgeramt in Boele hat in dieser Woche nur am Mittwoch geöffnet.
Das Bürgeramt in Boele hat in dieser Woche nur am Mittwoch geöffnet.
Foto: WP
Und wieder öffnen die drei Bürgerämter in Haspe, Boele und Hohenlimburg nur eingeschränkt. Wieder krankheitsbedingt. Das Problem dahinter: Es fehlt generell an Personal.

Hagen.. Thomas Köhler räumt gleich mal mit einem aus seiner Sicht falschen Zusammenhang auf. „Es ist keine Frage der Einstellung“, sagt der städtische Personalratsvorsitzende. Gleichwohl muss auch Köhler erkennen, dass in den Hagener Bürgerämtern aktuell ziemlich „blöde Umstände“ zusammenkommen, die beim Hilfe suchenden Bürger noch viel blöder ankommen. Das nicht neue Problem: Es fehlt an Personal, um die rund 17.000 monatlichen Kontakte in den Bürgerämtern zu bearbeiten.

Noch im Juni hatte der Rat der Stadt die ursprünglich vom Verwaltungsvorstand verfügte vierwöchige Schließung der Bürgerämter in den Außenbezirken ausgebremst und beschlossen, jedes der drei noch bestehenden Bürgerämter in Haspe, Boele und Hohenlimburg an zwei Tagen in der Woche zu öffnen – ein klares Bekenntnis zu den Ämtern. Die Verwaltung hatte die Schließung wegen der angespannten Personalsituation angeordnet.

Spürbar starke Einschränkungen für den Bürger

Der Krankenstand und die allgemein instabile Personallage in den Ämtern sorgt aktuell wieder für Probleme. Von den 31 Kollegen, die in den Außenstellen Boele, Haspe und Hohenlimburg arbeiten, sind sieben Teilzeitkräfte, sechs aktuell im Urlaub, vier sind krank und vier werden aktuell eingearbeitet. Die Folge: wieder spürbar starke Einschränkungen für den Bürger statt Service die ganze Woche lang.

„Der Krankenstand ist nicht höher als in anderen Dienststellen auch“, sagt Köhler, „aber es kommen in den Bürgerämtern gerade blöde Umstände zusammen. Und sobald solche Probleme überhand nehmen, ist der Betrieb eigentlich nicht mehr aufrechtzuerhalten.“

Täglich etwa 130 Bürger

In Boele, Haspe und Hohenlimburg kommen täglich etwa 130 Bürger mit ihren Anliegen in die Außenstellen. Im Zentralen Bürgeramt sind es etwa 450 Besucher pro Tag. Müssen die Öffnungszeiten nicht eingeschränkt werden, machen sich insgesamt 16 800 Menschen monatlich in Hagen auf den Weg in eine Bürgeramtsstelle.

„Die Kollegen in den Bürgerämtern geben Gas. Dort arbeiten Menschen, die gerne in Kontakt mit dem Bürger treten. Es ist keine Einstellungsfrage“, sagt Thomas Köhler. Der Einarbeitungsaufwand in den Bürgerämtern sei sehr hoch, weil die Aufgaben komplexer geworden seien. „Allein das Ausfüllen von Formularen oder Stellen von Anträgen dauert heute sehr lange.“ Stadt-Pressesprecher Karsten-Thilo Raab: „Hinzu kommt, dass es bei vielen ausländischen Kunden Sprachbarrieren gibt und das Ausfüllen von Anträgen somit mehr Probleme bereitet.“ In diesem Jahr würden noch dazu auffallend viele Hagener ihre Ausweispapiere verlängern.

Wink in Richtung OB Schulz

„Wir müssen eine vernünftige und ehrliche Diskussion über die Personalausstattung der Verwaltung führen“, mahnt Thomas Köhler, der dafür unter der Führung von Oberbürgermeister Erik O. Schulz ein besseres Gesprächsklima ausmacht als unter dessen Vorgänger Jörg Dehm. „Wir sind ein Dienstleister. Wenn der Trend der Personalverknappung so weiter geht, dann werden wir Angebote zurückfahren müssen.“

 
 

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