Pavillon-Abriss kostet sechs Plakatwände

Plakatwand an der Stadthalle Hagen
Plakatwand an der Stadthalle Hagen
Foto: WP

Hagen-Mitte..  Um die Kosten für den Abriss des maroden Pavillons auf dem Johanniskirchplatz zu ersetzen, werden jetzt an verschiedenen Einfallstraßen sechs neue Werbetafeln errichtet.

Der Pavillon auf dem Johanniskirchplatz war keine Zierde. Aber schmeicheln sechs neue Werbetafeln mit einer Fläche von 3,80 mal 2,80 Metern dem Auge? Die werden jetzt an diversen Einfallstraßen errichtet, um die Kosten für den Abriss des maroden Flachbaus zu refinanzieren.

Rückblick: Es war im August 2009, als die Hagener Innenstadt fein herausgeputzt werden musste. Der neue Museumskomplex wurde feierlich eröffnet. Der damalige Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hatte sein Kommen avisiert. Also wurde die Straßendecke vor der Stadthalle, wo seinerzeit der Festakt stattfand, saniert und der Pavillon, über den seit Jahren diskutiert wurde, kurzerhand und für viele überraschend dem Erdboden gleich gemacht.

Rüttgers sollte nämlich zu Fuß von der Stadthalle in Richtung Museumsinsel promenieren und dabei nicht in den Pavillon stolpern. Dass er aus Zeitnot am Ende in seiner Limousine chauffiert wurde, ist nur eine Randnotiz. Der Pavillon ist ebenso fort wie die Pläne von Baudezernent Thomas Grothe, an seiner Stelle einen mehrstöckigen Gebäudekomplex zu errichten.

Erfreut dürfte die Firma Deutsche Städte Medien/Stroer sein. Zumal sie weitere sieben Plakatwände mit gleichen Maßen dafür errichten darf, dass sie im Volkspark eine öffentliche Toilettenanlage unterhält. Die alte war dem städtischen Rotstift zum Opfer gefallen.

13 verkehrsreiche Standorte

Insgesamt sind es nun 13 verkehrsreiche Standorte (Märkischer Ring, Körnerstraße, Heinitzstraße/Bülowstraße, Feithstraße, Bergischer Ring, Konrad-Adenauer-Ring, Eugen-Richter-Straße, Eckeseyer Straße, Alexanderstraße, Heinitzstraße/Yorkstraße, Volmestraße, Frankfurter Straße sowie Eilper Straße), an denen DSM/Stroer Werbeanlagen Modell „City Star“ aufstellt.

Verwunderung machte sich in der Bezirksvertretung Mitte insbesondere über den Zusammenhang des Pavillons mit den Werbetafeln breit. Während Thomas Grothe noch die Auffassung vertrat, man habe das für die Innenstadt verantwortliche politische Gremium selbstverständlich unterrichtet, hatte Christine Grebe, zuständig für Sonderprojekte, eine andere Erinnerung: „Als der Druck, den Pavillon abzureißen, immer größer wurde, habe ich gesagt: Wir refinanzieren die Kosten später über Plakate.“

 
 

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