Panzer will keine Industrie im Böhfeld

Hans-Georg Panzer, Ratsmitglied der Grünen, ist zwar für den Cargobeamer am Hengsteysee, wendet sich jedoch strikt gegen die Umwandlung der landwirtschaftlichen Flächen auf dem Böhfeld in ein Industriegebiet.

Er wirft CDU und SPD vor, seit Jahren in trauter Gemeinsamkeit eine Linie der permanenten Entwicklung von Siedlungs- und Verkehrsflächen zu verfolgen: „Auch aus diesem Grund sieht unsere Stadt heute so aus, wie sie aussieht. Konsequente Trennung von Wohnen, Arbeit und Einkauf – Zersiedelung halt.“ Ohne Auto geht fast nichts mehr in Hagen, so Panzer: „Und Schaffung von immer neuen Infrastrukturen, um jeden Preis und ohne Berücksichtigung der weiter sinkenden Einwohnerzahlen.“

Die Entwicklung des Böhfeldes geschehe ohne Not und ohne Anlass. Vielmehr gerieten dadurch die Belange eines der letzten Vollerwerbs-Landwirte in Hagen ins Hintertreffen: „Und die der Bürger im Hagener Norden gleich mit“, so Panzer.

Lange vor dem Böhfeld hätten im Norden ganz andere Flächen angegangen werden, an erster Stelle die Brache auf dem ehemaligen Lueg-Gelände. Da seien Politik und Verwaltung gefordert. Doch da dies schwierig zu sein scheine, werde die Entwicklung geschoben. Auch der Cargobeamer werde nicht energisch verfolgt, führt Panzer an: „Dabei würde hier eine brachgefallene Bahnanlage reaktiviert und nicht etwa landwirtschaftliche Nutzfläche.“

SPD und CDU würden in ihrer übergroßen Mehrheit lieber nach den Flächen auf der grünen Wiese greifen, das scheine einfacher und deshalb erfolgversprechender zu sein. Wobei eigentlich allen Beteiligten klar sei, so Panzer, dass alle drei Projekte im Norden nicht parallel zu stemmen seien: „Eine Nachfolgenutzung der Lueg-Fläche scheitert bisher an der Anbindung an die Wandhofer Straße. Der Cargobeamer würde die Dortmunder Straße zusätzlich stark belasten. Und dann noch 27 Hektar Gewerbegebiet am Böhfeld – das wird zum Verkehrskollaps führen.“ Es geht ihm nicht um das Ausbremsen von Investitionen, betont der Grünen-Politiker. Im Sinne der Bürger müssten die möglichen Projekte im Norden aber gegeneinander abgewogen werden. Die Ressourcen seien endlich. Die Ressource Böhfeld müsse nicht um jeden Preis verbraucht werden.

 
 

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