OB weist Kritik an Engagement um den Hengsteysee zurück

Wollen mehr Druck machen bei der Weiterentwicklung des Freizeitreviers am Hengsteysee  (von links):  Jörg Meier, Dietmar Thieser, Regierungspräsidentin Diana Ewert, Wolfgang Jörg, Hubertus Kramer und Claus Rudel.
Wollen mehr Druck machen bei der Weiterentwicklung des Freizeitreviers am Hengsteysee (von links): Jörg Meier, Dietmar Thieser, Regierungspräsidentin Diana Ewert, Wolfgang Jörg, Hubertus Kramer und Claus Rudel.
Foto: WP Michael Kleinrensing
  • Die SPD kritisiert: Die Verwaltung tut nicht genug für die Weiterentwicklung
  • Regierungspräsidentin sagt Unterstützung zu
  • Ob Schulz: „Wir haben konkrete Ideen“

Hengstey.. Die amtierende Präsidentin des Regierungsbezirks Arnsberg ist ein Vorhaller Mädchen. Insofern saß sie gestern auch als Hagenerin mit am Tisch auf der Terrasse des Strandhauses am Hengsteyfreibad. In Anwesenheit ihrer sozialdemokratischen Kollegen auf lokaler Ebene versprach sie die volle Unterstützung für die Weiterentwicklung des Freizeit-Areals Hengsteysee. Die sehr sinnvolle Vorplanung müsse endlich aufgegriffen und große Fördertöpfe angezapft werden. Nicht von Hagen allein, vielmehr müsse die Weiterentwicklung des Reviers als regionales Projekt verkauft werden. Während die anwesenden Genossen der Verwaltung vorwarfen, nicht mit genügend Elan an das Projekt heranzugehen, reagiert OB Erik O. Schulz höchst verwundert.

Die Genossen machten ihrem Ärger gestern Luft. Jörg Meier zum Beispiel: „Man schiebt die Thematik in Hagen nur vor sich her. Wann tritt die Verwaltung mit der Bezirksregierung und dem Regionalverband Ruhr (RVR) endlich in Kontakt?“ Oder Dietmar Thieser: „Wer die Chance auf die touristische Erschließung unserer grünen Stadt nicht erkennt, dem ist nicht zu helfen. Aber dafür braucht es ein grundsätzliches Umdenken. Mit nur einer Mitarbeiterin für diesen Bereich in der Hagen-Agentur kommt man da nicht weit.“ Oder SPD-Landtagsabgeordneter Wolfgang Jörg: „Das Thema muss doch jetzt mal zu einem Prozess werden. Jeder Tourismus-Experte aus Südtirol würde kollabieren, wenn er sehen würde, welche Chance wir hier liegen lassen.“

Regierungspräsidentin Ewert sagte Unterstützung aus ihrem Hause zu. Die Abteilung „Förderung aus einer Hand“ könne Orientierung im schwierigen Fördergeschäft schaffen, sofern es gelinge als regionales Projekt, als ein Verbund mehrerer Städte aufzutreten.

Schulz saß mit Ewert zusammen

Dietmar Thieser, stellv. Vorsitzender der SPD-Fraktion im RVR, kritisierte: „Hagen ist einer der größten Einzahler in den RVR, aber wann waren wir denn mal wirklich Nutznießer davon?“ Gespräche mit der Stiftung Industriekultur über das Koepchen-Werk auf Herdecker Seite würden laufen, ebenso mit der Bahn über den Erwerb von Flächen nahe des ursprünglichen Cargo-Beamer-Areals. Thieser: „Wir bekommen es bestimmt auch hin, Teil der für 2027 geplanten Internationalen Gartenbauausstellung zu werden. Aber dazu müssen Ideen her.“

Oberbürgermeister Erik O. Schulz war auf Nachfrage gestern höchst verwundert. Erst am Montag hatte er mit Regierungspräsidentin Ewert und RVR-Chefin Karola Geiß-Netthöfel an einem Tisch gesessen und über höchst konkrete und kurzfristige Förderzugänge für das Gebiet rund um den See gesprochen. „Wir sind zum Beispiel in sehr konkreten Planungen, was die Brücke über die Volmemündung angeht, um auch den Bereich bis nach Werdringen radfahrtechnisch anzubinden. Die Planung wurde an ein Architekturbüro übergeben, eine Kostenschätzung steht an. Ich lasse in der Verwaltung gerade prüfen, wie viel Personal wir für die Weiterentwicklung des Freizeitgebietes benötigen, und wir werden diese Ressourcen definitiv bereitstellen. Auch an der Internationalen Gartenbauaussstellung wollen wir uns beteiligen. Außerdem besprechen wir in einer Arbeitsgruppe mit den Städten Dortmund, Wetter und Herdecke konkrete Ideen.“ Das zumindest, so Schulz, hätte beim Termin am Strandhaus in Hengstey fairerweise erwähnt werden dürfen.

 
 

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