Noch 70 freie Lehrstellen zu besetzen

HVG-Ausbilder Stefan Greve mit den KFZ Mechatroniker Auszublidenden Kim Ingwersen, Kevin Jedanzick und Christian Schulz.
HVG-Ausbilder Stefan Greve mit den KFZ Mechatroniker Auszublidenden Kim Ingwersen, Kevin Jedanzick und Christian Schulz.
Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen.. 138 Ausbildungsplätze in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis sind noch nicht besetzt. Allein in Hagen sind zurzeit noch 70 Lehrstellen, überwiegend im Einzelhandel, im kaufmännischen Bereich und im Hotel- und Gastronomiebereich, offen.

„Dem gegenüber stehen auf unserer Liste nur noch 49 Bewerber, die noch keine Lehrstelle gefunden haben. Das ist zwar kein Grund zum feiern, aber wir können mit der Bilanz zufrieden sein“, sagte gestern der Chef der Hagener Agentur für Arbeit, Thomas Helm, mit Blick auf den Ausbildungsmarkt. Denn die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe habe zugenommen. So betrug der Zuwachs bei den betrieblichen Ausbildungsstellen gegenüber dem Vorjahr fünf Prozent. Auch die Industrie- und Handelskammer zu Hagen vermeldet in diesem Jahr mit 3325 abgeschlossenen Ausbildungsverträgen einen Rekord. „Wir sind sehr zufrieden, konnten wir doch die Zahl der Ausbildungsverträge gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent erhöhen und liegen damit fast auf dem Niveau vor der Krise“, so Peter Frese, Leiter des Fachbereichs Ausbildung und Prüfung bei der SIHK.

Nach einer Umfrage, die der Märkische Arbeitgeberverband erst vor wenigen Wochen unter seinen Mitgliedsfirmen durchgeführt hat, konnten so gut wie alle Ausbildungsplätze besetzt werden. „Die Qualität der Bewerber hat sich laut der Umfrage verbessert“, so Josef Schulte vom Arbeitgeberverband. Und auch Dr. Michael Plohmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hagen, sieht das Handwerk bei der Ausbildung hervorragend vertreten. „Wir haben mit unserem Ausbildungsbüro und der agenturmark gute Erfolge erzielt.“

Dass die Ausbildung junger Menschen eine Investition in die Zukunft des eigenen Unternehmens und darüber hinaus eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe sei, darauf wies Christoph Köther, Geschäftsführer der Hagener Versorgungs- und Verkehrs GmbH hin. Die Stadttochter bilde zurzeit 40 junge Menschen über den eigenen Bedarf in den verschiedensten Berufen aus und arbeite eng mit der Arbeitsagentur zusammen. Eine Partnerschaft, die sich Thomas Helm gerade jetzt von vielen Hagener Betrieben wünscht, um noch unversorgten Jugendlichen im Rahmen einer Nachvermittlungsaktion zu helfen. „Um dem Fachkräftebedarf der kommenden Jahre vorzubeugen, sind die heimische Wirtschaft und die Agentur für Arbeit gefordert, alle vorhandenen Ressourcen auszuschöpfen.“

Für Hagens DGB-Chef Jochen Marquardt reichen die Anstrengungen im Rahmen des Ausbildungspakts aber noch nicht aus. „Die Zahlen bilden nicht die Realität ab. Es bleiben immer noch zu viele Jugendliche ohne Ausbildung auf der Strecke.“ Besonders mit Blick auf das Jahr 2013 forderte er zukunftsorientierte Ausbildungsprojekte. Denn im Rahmen des doppelten Abiturjahrgangs würden durch die erhöhte Zahl der Abiturienten die Haupt- und Realschüler in drei Jahren auf dem Ausbildungsmarkt stark benachteiligt. Siehe Infobox

 
 

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