Niemand ist nur eine Fallzahl

Christiane Goldschmidt im Kreis ihrer Kollegen (v.l.): Geschäftsführer Gerhard Neuhaus, Dr. Joachim Dehnst, Chefarzt der Chirurgie, und Geschäftsführer Harry Feige. Foto: Kerstin Wördehoff
Christiane Goldschmidt im Kreis ihrer Kollegen (v.l.): Geschäftsführer Gerhard Neuhaus, Dr. Joachim Dehnst, Chefarzt der Chirurgie, und Geschäftsführer Harry Feige. Foto: Kerstin Wördehoff
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Das Gesicht ist im Evangelischen Krankenhaus Elsey bereits seit anderthalb Jahren bekannt. Nun wird aus Oberärztin Christiane Goldschmidt die neue Chefärztin der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin. Eines hat sie sich in ihrer neuen Position ganz besonders vorgenommen: Nähe zum Patienten.

Elsey.. Chefärztin in der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin: Nein, das sei sicher nicht einer der Posten gewesen, den sich Christiane Goldschmidt fest für die Karriere vorgenommen habe. Und doch ist sie dies nun geworden im Evangelischen Krankenhaus Elsey.

Eine überraschende Entwicklung für sie persönlich. Aber eine wirklich gute, da sind sich dann wieder alle Beteiligten einig. „Ich kenne sie seit vielen Jahren und sie hat eine fachliche und menschliche Kompetenz“, versucht Dr. Joachim Dehnst, Chefarzt der Chirurgie, erst einmal im offiziellen Ton zu beschreiben, was die Besetzung des Chefarztpostens der Anästhesie und Intensivmedizin mit der 48-jährigen Hagenerin und vorherigen Oberärztin für das Evangelische Krankenhaus bedeute.

Seit Oktober 2011 war dieser vakant, nachdem Vorgänger Dr. Matthias Jaschik das Haus an der Iserlohner Straße Richtung Hemer verließ.

Ein Mensch mit Sorgen und Ängsten

Was genau hinter der doch recht abstrakten Umschreibung „fachliche und menschliche Kompetenz“ steckt, erläutert Dehnst gemeinsam mit den beiden Krankenhaus-Geschäftsführern Harry Feige und Gerhard Neuhaus dann in einem etwas informelleren Ton. Denn in einer Zeit, in der gerade in großen Krankenhäusern aufgrund wirtschaftlicher Gründe Patienten immer häufiger lediglich zu reinen Fallzahlen würden, sei es für ein kleines Haus wie dieses absolut wichtig, in Abgrenzung dazu auf intensive Patientennähe zu setzen. Diesen das Gefühl zu geben, ein Mensch mit Sorgen und Ängsten zu sein, statt lediglich ein medizinischer Fall, den es zu lösen gelte. Eigenschaften, die Kollegin Goldschmidt in ganz besonderem Maße ihr Eigen nenne.

Im Bereich der Anästhesie sei das unerlässlich. Eine medizinische Disziplin, die so ungemein vielseitig sei, in der vieles zusammengreife, betont die hoch Gelobte. Denn es sei ja nicht damit getan, dem Patienten eine Narkose zu verabreichen. Man begleite ihn vielmehr auch vor der Operation und in der Nachbehandlung. Deshalb sei ja auch in einer weiteren Konsequenz der intensive Kontakt zu niedergelassenen Ärzten, Hospizen und ambulanten Pflegediensten so wichtig. Den möchte sie hegen und pflegen.

Erhalt der Qualität

Viel im Arbeitsalltag ändern würde sich durch die neue Position nicht, erklärt die Ehefrau und Mutter, die nach ihrem Studium in Köln und Stationen an Hagener Krankenhäusern seit rund anderthalb Jahren in Elsey tätig ist. Denn immerhin habe sie den Posten nach Dr. Matthias Jaschiks Ausscheiden bereits kommissarisch inne gehabt. Sicher werde der administrative Teil umfassender - und auch der politische. Immerhin gelte es, in der nun neuen Aufgabe noch mehr für den Erhalt und die Qualität ihres Krankenhauses zu kämpfen.

 
 

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