Neugestaltung der Brandt-Brache in Westerbauer stößt auf Widerstand

Das neue Einzelhandelszentrum könnte das Gesicht von Westerbauer deutlich verändern.
Das neue Einzelhandelszentrum könnte das Gesicht von Westerbauer deutlich verändern.
Foto: WP
Das Konzept für den weitgehenden Abriss der alten Brandt-Produktionshallen sowie die Gestaltung eines neuen Nahversorgungszentrums im Bereich des ehemaligen Kekswerkes an der Enneper Straße in Hagen-Haspe steht. Demnach sollen entlang der Ennepe sich die Firmen Kaufpark, Aldi und ein Drogeriemarkt ansiedeln. Die SIHK sowie der Einzelhandelsverband haben bereits ihren Widerstand angekündigt, weil sie befürchten, dass damit das Hasper Zentrum ausbluten würde.

Haspe.. Da sich offenkundig nur durch Einzelhandel jene Erlöse erzielen lassen, mit denen sich eine wirtschaftlich tragfähige Lösung für die Neugestaltung der Brandt-Brache im Hasper Ortsteil Westerbauer erzielen lassen, setzt Projektentwickler Günter Herms vor allem auf die Verlagerung von bereits in Haspe angesiedelten Anbietern. So soll der Kaufpark von seinem bestehenden Standort in Westerbauer (ehemals VB7) ebenso umziehen wie auch der erst seit sieben Jahren neben dem Haus Stennert etablierte Aldi-Discounter.

Außerdem liegt die Zusage für einen DM-Markt auf dem Tisch. Mit weiteren Interessenten, so Herms, „wurde bereits aussichtsreich verhandelt“. Darüber hinaus soll sich das ehemalige viergeschossige Brandt-Verwaltungsgebäude, in das auch die das Stadtbild prägenden Brückenquerungen münden, in ein Gesundheitszentrum (Betreiber „Isomed“) mit Ärzten, Therapiezentren und Pflegeanbietern verwandeln. Ebenso bietet das Areal genügend Platz, um dem Namensgeber die Möglichkeit zu eröffnen, mit der Hauptverwaltung der Brandt-Gruppe wieder an die unternehmerischen Wurzeln zurückzukehren.

Auch für den bestehenden Kaufpark hat Herms bereits Nachfolgenutzungen im Auge. Neben einem Zooartikel-Anbieter interessiert sich auch der System-Gastronom Kentucky Fried Chicken für den Standort, an dem täglich 20.000 Fahrzeuge vorbeirauschen. Eine entsprechende Bauvoranfrage wurde bereits bei der Stadt Hagen eingereicht.

Abriss schafft freie Sicht auf Nahversorgungszentrum

Um durch Abrisse freie Sicht auf das Nahversorgungszentrum zu schaffen, hat sich Herms – von einer noch nicht ausverhandelten Immobilie mal abgesehen – die Wohnhäuser entlang der Enneper Straße bereits notariell gesichert. Insgesamt entsteht somit einschließlich der Einzelhandelsflächen auf dem Gummi-Becker-Gelände in Westerbauer eine Verkaufsfläche von gut 9000 Quadratmetern, mehr als doppelt so viel wie heute.

Ein Magnet mit knapp 600 Parkplätzen, dessen kommerzielle Anziehungskraft nicht zu unterschätzen sein dürfte. Im klassischen Hasper Zentrum liegt die Verkaufsfläche lediglich um 1300 Quadratmeter höher. „Insofern weisen der Gutachter als auch die SIHK und der Einzelhandelsverband auf ein zukünftiges massives Ungleichgewicht innerhalb der Versorgungsstrukturen des Stadtbezirkes Haspe mit negativen Folgen für das Stadtbezirkszentrum hin“, erinnert die Stadt Hagen an mögliche Konfliktlagen. „Die Hasper Innenstadt muss ihre Probleme anders klären“, verweist Herms auf die erheblichen Parkplatz- und Zufahrtshindernisse rund um den Hüttenplatz. Er befinde sich bereits im Kontakt mit GWG-Vorstand Christoph Rehrmann, der zeitnah – je nach Entwicklung – eine Umgestaltung des Hasper Zentrums plane.

Kollision mit Gewerbe-Interessen

Baudezernent Thomas Grothe sieht die Hagener Politik in den nächsten Monaten vor schwierigen Entscheidungen. Denn in den Gremien müsse nicht nur abgewogen werden, inwieweit die jetzt auf dem Tisch liegenden Pläne für die Brandt-Brache die Einzelhandels-Balance in Haspe aus dem Gleichgewicht brächten.

Parallel spielen in die Thematik nämlich auch die gemeinsamen Aktivitäten der Stadt Hagen sowie der Anrainer-Kommunen hinein, die eine Wiederbelebung der Industriebrachen entlang der B7 zu neuen Gewerbeflächen in den Fokus rücken. Hier möchte man in Kooperationen mit den Nachbarstädten gemeinsam ab 2014 EU-Fördermittel zur Flächenentwicklung abgreifen. Dazu müssen jedoch erst wieder neue Studien erarbeitet werden, so dass der Zustand der Brandt-Brache sich für mindestens fünf weitere Jahre manifestiert.

 
 

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