Neues Drama im Dortmunder Zoo

Dortmund..  Wieder ein Tier-Drama im Zoo. Ein Humboldtpinguin wurde am Montagmorgen tot im 200 Meter vom Pinguingehege entfernt liegenden Flamingogehege gefunden. Zwei weitere Pinguine werden vermisst. Über diese neuerliche Tragödie informierten Zooleitung und Polizei gestern.

Graue Wolken hingen über dem Zoo, es nieselte als ein sichtlich geknickter Zoodirektor Dr. Frank Brandstätter um 14 Uhr vor die Presse trat. Nur noch 13 der einst 16 Pinguine schwammen hinter ihm in ihrem Becken unablässig hin und her. Nach dem Tod von Seelöwin Holly vor einem Monat, dem bei einem Transport gestorbenen Giraffenbullen Vuai und den im Sommer gestohlenen drei Zwergseidenäffchen und zwei Zwergagutis musste Brandstätter erneut den Verlust von drei Tieren vermelden. Er sprach von einem „schon wieder merkwürdigen Vorfall“. Es gebe keine Hinweise auf einen Unfall. „Dass die Pinguine aufgrund des nächtlichen Sturms nach einem Paniksprung aus dem Wasserbecken das Weite gesucht haben“, erscheint mehr als unwahrscheinlich“, so Brandstätter. „Die Tiere sind nachts gar nicht im Wasser. Man kann sich das also nicht zusammenreimen“, ergänzte Zoo-Tierärztin Dr. Christine Osmann. Nicht mal ein Jahr alt wurde der kleine Pinguin, den ein Zoo-Mitarbeiter am Montag gegen zehn Uhr am großen Flamingoteich, der derzeit saniert wird, tot fand. Das Tier war am Kopf verletzt und wurde zur pathologischen Untersuchung ins Veterinär-Untersuchungsamt nach Arnsberg gebracht. Das Obduktionsergebnis wird heute erwartet.

Auch bei den beiden vermissten Pinguinen handelt es sich um Jungtiere, die gerade mal ein Jahr alt sind. „Der Verlust trifft ins Herz“, sagte Dr. Frank Brandstätter. „Die Tierpfleger“, erklärte er, „lieben ihre Tiere und wir alle sind stolz auf den Zuchterfolg, den wir hier haben.“

Zu dem Wert, den solche Pinguine vielleicht auf dem Schwarzmarkt haben, mochte sich Dr. Brandstätter nicht äußern. Es seien aber „hohe Summen“ zu erzielen. Gar nicht spekulieren mochte der Zoo-Chef darüber, ob vielleicht ein Serientäter sein Unwesen im Zoo treibt. Dr. Brandstätter kündigte aber an, dass die ohnehin geplanten, zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen nun noch schneller vorangetrieben würden. Man wolle so schnell wie möglich den Außenzaun verstärken, mehr Sicherheitspersonal und nun auch Wachhunde einsetzen.

Wie schon im Fall Holly hat die Polizei auch diesmal die Ermittlungen aufgenommen. Untersucht wird ein möglicher Diebstahl und auch eine mögliche Tierquälerei.

Ermittlungen wieder aufnehmen

„Nicht auszuschließen ist aber auch, dass die Ermittlungen eine Flucht der Tiere und somit ein Unglück bestätigen“, betonte Polizeisprecher Gunnar Wortmann. Zum Tod von Holly wurden die Ermittlungen eingestellt, die Polizei fand keine Hinweise auf ein Verbrechen. „Sollten sich nun neue Erkenntnisse ergeben, können die Ermittlungen jederzeit wieder aufgenommen werden“, so Wortmann.

 
 

EURE FAVORITEN