Neue Gesellschaft soll Gewerbeflächen bereitstellen

Die neue Gesellschaft könnte sich u.a. bei der Entwicklung der brachliegenden Vartainsel einbringen.
Die neue Gesellschaft könnte sich u.a. bei der Entwicklung der brachliegenden Vartainsel einbringen.
Foto: Michael Kleinrensing
  • Stadt will Entwicklungsgesellschaft für Wirtschaftsflächen gründen
  • Vorrat an potenziellen Gewerbeflächen reicht nur noch wenige Jahre
  • Neue Gesellschaft wird kein Personal und keinen Aufsichtsrat haben

Hagen..  Mit der Gründung einer Wirtschaftsflächen-Entwicklungsgesellschaft Hagen (WegeHA) möchte Oberbürgermeister Erik O. Schulz den organisatorischen Rahmen dafür schaffen, dass Hagen in den nächsten Jahren nicht die dringend benötigten Gewerbeflächen ausgehen. Damit folgt der Verwaltungschef einer Empfehlung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des RVR, die bei der Erarbeitung eines Wirtschaftsflächenkonzeptes für Hagen zu dem Ergebnis kam, dass innerhalb der nächsten 15 Jahre etwa 65 Hektar an gewerblichen und industriellen Flächen benötigt werden, um dem Wirtschaftsstandort seine Zukunftsfähigkeit zu erhalten. Der Haupt- und Finanzausschuss befasste sich gestern erstmals politisch mit der Thematik. Die eigentliche Gründungsentscheidung trifft in der Sitzung am 24. November der Hagener Rat.

Die Ausgangslage

Aktuell verfügt Hagen etwa über 1000 Hektar an Gewerbeflächen. Ein stattlicher Bestand, der angesichts der topografischen Situation jedoch kaum mehr weiterentwickelt werden kann. Daher empfiehlt ein Gutachten der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr (WMR) eine übergreifende Strategie, um vor allem Grundstücke jenseits der drei Hektar vorzugsweise für verarbeitendes Gewerbe bereitstellen zu können. Aktuell ist kein einziges Areal dieser Art verfügbar. Immerhin sind auf den bestehenden Flächen 45 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Hagen tätig.

Die Perspektiven

Etwa 34,7 Hektar im Stadtgebiet hat sich die Kommune zumindest planerisch für weiteres Gewerbe gesichert. Angesichts eines jährlichen Bedarfs von etwa 4,3 Hektar pro Jahr würden innerhalb der nächsten 15 Jahre jedoch 65 Hektar benötigt, so die Prognose. Hinzu kommt, dass bei vorhandenen Flächen mehr als die Hälfte mit Restriktionen behaftet ist (Altlasten, hohe Erschließungskosten, mangelnde Verkaufsbereitschaft der Eigentümer etc.). Selbst wenn diese allesamt beseitigt würden, reicht der Platz lediglich noch für acht Jahre aus, realistisch sind jedoch eher vier Jahre.

Die Interessen

Die Erfahrungen der WMR zeigen, dass es vorzugsweise ortsansässige Unternehmen sind, die sich für zusätzliche Flächenangebote interessieren. Das bedeutet aber auch, dass durch diese Betriebsverlagerungen auch im Bereich der Bestandsflächen neue Entfaltungsmöglichkeiten entstehen. Hier könnte die WegeHA die Flächen übernehmen, die Brachen aufbereiten und die Entwicklungskosten vorfinanzieren. Zudem kann die kommunal dominierte Gesellschaft auch entsprechende Fördermittel einwerben.

Das Geschäftsmodell

Kernaufgabe der neuen Gesellschaft, die über keinerlei eigenes Personal verfügt und keinen eigenen Aufsichtsrat erhalten wird, soll unter Planungshoheit der Stadt sein, Grundstücke anzukaufen und zu veräußern, die Ansiedlung, Bestandspflege und Erweiterung von Betrieben zu fördern, die Flächenpotenziale für Industrie und Gewerbe auszuweiten sowie Bestands- und Brachflächen zu sanieren und marktgerecht zu entwickeln. Hierbei soll die WBH-Tochter HEG (Hagener Erschließungs- und Entwicklungsgesellschaft) ihre Erfahrungen aus dem Wohnungsbaubereich einbringen.

Die Vermarktung der Grundstücke soll wiederum über die für Wirtschaftsförderung zuständige Hagen-Agentur laufen. Organisatorisch wird die WegeHA unter der Regie des Vorstandsbereichs von Thomas Grothe (Stadtentwicklung und Bauen) agieren und damit politisch an den Stadtentwicklungsausschuss angedockt.

 
 

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