Namenszusatz mit offiziellem Segen

Was für ein Hin und Her: Der Schriftzug „Stadt der FernUniversität“ dürfte bald wieder auf den Ortsschildern auftauchen.
Was für ein Hin und Her: Der Schriftzug „Stadt der FernUniversität“ dürfte bald wieder auf den Ortsschildern auftauchen.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Oberbürgermeister Dehm hat jetzt offiziell beantragt, die Ortseingangsschilder mit dem Zusatz „Stadt der FernUniversität“ versehen zu dürfen.

Hagen.. Der Namenszusatz „Stadt der FernUniversität“, der im Sommer 2010 auf allen 96 Hagener Ortsschildern prangte und ein Jahr später wieder entfernt werden musste, könnte in absehbarer Zeit auf die Eingangstafeln zurückkehren.

Nachdem der Landtag in Düsseldorf im Oktober ein entsprechendes Gesetz verabschiedete, hat Oberbürgermeister Jörg Dehm jetzt erneut beantragt, dass die Hagener Ortseingangsschilder mit der Zusatzbezeichnung versehen werden dürfen. In einem Schreiben an NRW-Innenminister Ralf Jäger und Regierungspräsident Gerd Bollermann verweist Dehm darauf, dass die Fernuniversität ein Herausstellungsmerkmal bilde, das für die Stadt Hagen von größter Bedeutung sei: „Keine andere Institution wird bundesweit in ähnlicher Weise mit dem Namen der Stadt Hagen verbunden.“ Die Fernuni sei mit aktuell rund 70.000 Studenten die größte deutsche Hochschule und mit 1623 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in Hagen.

Zwar steht die Antwort der Landesregierung auf Dehms Initiative noch aus, aufgrund der Gesetzesänderung ist jedoch mit einer positiven Reaktion zu rechnen. Zur Erinnerung: Bereits im Juli 2010 hatte Dehm auf allen Ortsschildern erstmals den Schriftzug „Stadt der FernUniversität“ hinzufügen lassen und sich dabei über Bedenken der Bezirksregierung hinweggesetzt. Bezahlt worden war die rund 10.000 Euro teure Aktion von den Hagener Unternehmern Bernd Pederzani (Europart) und Karl-Heinz Schulz (Schilder-Schulz).

Langes Ringen

Nach langem Ringen forderte das Regierungspräsidium in Arnsberg den Oberbürgermeister auf, die Schilder wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand zu versetzen. Anders als in anderen Bundesländern seien Namenszusätze in NRW nicht erlaubt, der Schriftzug illegal. Nachdem er mehrere Ultimaten verstreichen ließ, gab Dehm schließlich nach und ordnete im Juli dieses Jahres die Entfernung des Zusatzes an.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Hagener Schilderstreit längst deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt, sogar Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer sah sich zu einer Stellungnahme genötigt. Schließlich änderte der Landtag in Düsseldorf auf Initiative der CDU die Gemeindeordnung und ermöglichte den Kommunen damit, Namenszusätze zu führen. Zur Begründung hieß es, die Städte und Gemeinden könnten durch die Neuregelung ihr regionales Marketing und historisch gewachsene Besonderheiten darstellen. Zudem könne ein solcher Zusatz dafür sorgen, dass die emotionale Verbundenheit mit der Kommune und die Identifikation der Bürger mit ihren Gemeinden gefördert würden. Ein weiteres Ziel sei das Schärfen der Profile der Wissenschaftsstandorte in der bundesweiten Konkurrenz.

In seinem offiziellen Antrag plädiert Dehm auch für die Schreibweise „FernUniversität“, also das große U. Zur Begründung verweist der Hagener Verwaltungschef auf das im nordrhein-westfälischen Hochschulgesetz vorgesehene Namenswahlrecht der Hochschulen, in dessen Rahmen das große U zum offiziellen Namen der Hagener Bildungsinstitution gehöre. Zudem sei die Bezeichnung FernUniversität beim Deutschen Patent- und Markenamt registriert und geschützt.

 
 

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