Museums-Scouts erklären Kunst aus ihrer Sicht

Schüler und Schülerinnen der Hauptschule Remberg führen als Museums-Scouts durchs Kunstquartier. Links im Bild: Lehrerin Gabriele Fischer.
Schüler und Schülerinnen der Hauptschule Remberg führen als Museums-Scouts durchs Kunstquartier. Links im Bild: Lehrerin Gabriele Fischer.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Hauptschüler erklären Erwachsenen Kunst.

Hagen.. Sie sind auffällig ruhig, wirken konzentriert, tauschen sich leise aus, melden sich, wenn die Lehrerin in die Runde fragt. Und das alles ganz freiwillig, in ihrer Freizeit, ohne Bezahlung. Die „Museums-Scouts“ haben Spaß am Rollentausch. Heißt: Acht Schüler der Hauptschule Remberg führen Erwachsene durch Ausstellungen im Kunstquartier und schildern ihnen ihre Sicht auf „die große Kunst“.

Meinungsaustausch

Cem gefällt das Emil-Schumacher-Museum „viel besser“ als das Karl-Ernst-Osthaus-Museum. „Hier ist alles neuer, moderner“, bringt es der 13-Jährige auf den Punkt. Klassenkamerad Aziz schüttelt den Kopf, „Nee, ich finde die alte Brunnenhalle viel schöner.“ Meinungsfreiheit, Meinungsaustausch - genau das ist es, was Gabriele Fischer (auch) möchte. Die engagierte Lehrerin leitet das Projekt „Museums-Scouts“ seit eineinhalb Jahren, weiß, welche Fragen sie stellen muss, um die Fantasie der Jungen und Mädchen zu beflügeln und ist selbst großer Fan der unkonventionellen Führungen. Sie sind schließlich das Salz in der Suppe.

„Was zieht euch an diesem Bild magisch an?“, fragt Gabriele ­Fischer mit Blick auf das Ölbild ­„Kiri“, das Emil Schumacher 1987 gemalt hat. „Die pinke Farbe erinnert mich an einen Flamingo“, sprudelt eine Schülerin heraus, ihre Freundin ergänzt keck „Emil wollte wohl auch mal eine andere Farbe benutzen als blau“. Expertinnen unter sich... Lehrerin Fischer protokolliert, jeder Schüler bekommt später drei Sätze an die Hand, einige Male wird der Vortrag vor Ort geprobt, damit im „Ernstfall“ alles sitzt.

Kostenlose Sonntagsführungen

Die Wirtschaftsjunioren haben bei den „Museums-Scouts“ jüngst eine Führung gebucht, ebenso eine Gastschule aus Soest. „Wir freuen uns über jede Gruppe, die uns für eine Sonntagsführung bucht“, so Fischer.

Zwei Meter groß, Bronze bemalt - „Herkules Entwurfsmodell 32“ von Markus Lüpertz fesselt die Blicke aller Osthaus-Museums-Besucher. Unverkrampft beschreiben die Schüler die Figur aus der griechischen Mythologie: „Riesenkopf, kurze Beine, blauer Bart - der Typ sieht voll komisch aus.“ Herrlich treffend.

Gruppen können die „Museums-Scouts“ zwei Wochen im Voraus kostenlos buchen (Tel.: 207 - 4770). Über eine kleine Spende freuen sich die Schüler und unternehmen von dem Geld Ausflüge zu Museen in der Nachbarschaft.

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