Museum auf dem Weg zur Barrierefreiheit

Neue Maschinen aus einer Gesenkschmiede stehen jetzt im Freilichtmuseum Hagen.
Neue Maschinen aus einer Gesenkschmiede stehen jetzt im Freilichtmuseum Hagen.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Das Freilichtmuseum Hagen startet am 1. April in die Saison 2015. Menschen mit Behinderung sollen sich künftig besser zurechtfinden.

Selbecke.. Die Topographie hält Steigungen von bis zu 17 Prozent bereit. Wer die tatsächlich mit einem Rollator bewältigt hat, landet vor Häusern mit engen Fluren und kleinen Räumen, die nur über Treppen und Schwellen zu erreichen sind. Das Freilichtmuseum im Mäckinger Bachtal ist nicht das Ausflugziel, das Menschen mit Einschränkungen und Behinderungen sofort in den Sinn kommt. Mit einem Inklusionskonzept soll und ist das in Teilen bereits anders geworden.

Rampen sind gebaut worden, Schwellen verschwunden, Kopfsteinpflaster zurückgebaut. „Dahinter steckt ein Konzept, dass sukzessive Wege schafft, die auch von Menschen mit Behinderung bewältigt werden können“, sagt Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), „wir wollen dazu beitragen, dass Menschen mit Behinderung mitten unter uns leben können und dass das nichts Besonderes ist.“ Dank neuer Pflasterungen und einiger Rampen sind Zugänge zu einzelnen Betrieben einfacher zu bewältigen. Hinzu kommt, dass die Gastronomie schon vor einiger Zeit in die Mitte des Museums gerückt ist und von vornherein barrierefrei geplant wurde. Dazu gibt es im Freilichtmuseum künftig spezielle Führungen für Blinde und für Gehörlose.

Beförderungssystem in Planung

In Planung ist auch ein Beförderungssystem, dass es für Besucher einfacher macht, durch das Museum zu kommen. Eine Delegation aus Hagen ist dafür unlängst nach Bayern gereist, um sich ein Bild davon zu machen, wie im Süden der Republik in einem Freilichtmuseum das Problem gelöst wird. Daneben hat das Museum die Besucher befragt, wie ein solches System aussehen könnte. Genaueres will Museumsleiter Dr. Uwe Beckmann noch nicht verraten.

Barrierefrei sollen zum Saisonstart am 1. April aber nicht nur weite Teile der realen Welt werden, sondern auch die virtuelle. „Eine barrierefreie Webseite des Museums ist im Kulturbereich für den Landschaftsverband ein Pilotprojekt“, erklärt Matthias Löb, „dabei geht es darum, Inhalte möglichst verständlich rüberzubringen. Und zwar so, dass auch Menschen mit Sprachproblemen oder geistigen Einschränkungen nachvollziehen können, worum es geht.“

Angedeutete Gesenkschmiede

Gebaut worden ist im Museum aber nicht nur an den Wegen. Neu entstanden ist eine Architekturinszenierung einer Gesenkschmiede. „Das ist in der Wirtschaftsgeschichte die Weiterentwicklung der vielen Schmieden, in denen bei uns von Hand geschmiedet wird“, so Uwe Beckmann. „Für eine richtige Gesenkschmiede fehlt leider der Platz.“ Dafür ist neben dem Wasserspielplatz eine Fabrik angedeutet. Darin stehen Maschinen, mit denen um die Jahrhundertwende noch in einem Fallhammerwerk gearbeitet wurde.

Ganz in der Nähe wird in Kürze ein Informationszentrum „Schmieden“ fertiggestellt.

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