„Müssen die Menschen schützen“

Hohenlimburg..  Hohenlimburg soll zukünftig nicht unter Höchstspannung stehen. „Nein zu 380-kV-Leitungen an bis zu 100 Meter hohen Monstermasten über Wohngebieten.“ Das sagt die Wählergemeinschaft Hagen Aktiv vor der morgigen Sitzung der Bezirksvertretung und schlägt deshalb die Untervariante 1 (blaue Linie) als Erdverkabelungsstrecke und somit als Alternativlösung zu den bisherigen Planungsvarianten vor. „Um die Menschen zu schützen“, wie Karin Nigbur-Martini, Mitglied der Bezirksvertretretung, gestern im Gespräch mit dieser Zeitung betonte.

Nach den aktuellen Beschlüssen der Bundesregierung soll Erdkabeln als Alternative zu den 380-kV-Höchstspannungsleitungen eine immer größere Bedeutung eingeräumt werden. Warum also nicht auch in Hohenlimburg?

Im bisherigen Raumordnungsverfahren des Netzbetreibers Amprion sind, wie berichtet, für die 380 kV-Höchstspannungsleitungen bislang zwei Trassenführungen geprüft worden. Die als Vorzugstrasse diskutierte Planungsvariante durch Reh und Elsey (rot) und die Trasse über die Reh und Henkhausen (rot gepunktet). In den betroffenen Stadtteilen wurden beide Möglichkeiten rigoros abgelehnt.

Variante Reh nach Norden schieben

Hagen Aktiv schlägt deshalb für die morgigen Sitzung der Bezirksvertretung vor, dass in einem neuen Raumordnungsverfahren die Raumverträglichkeit aller Trassenführungen ergebnisoffen geprüft werden und die Bezirksvertretung zum Schutz der Hohenlimburger Siedlungsbereiche die Untervariante 1 befürworten solle.

Dazu soll die Variante Reh (gepunktete Linie) zwischen der Wannebachstraße im Westen und der Stadtgrenze zu Iserlohn-Letmathe im Osten nach Norden verschoben werden (blaue Linie).

Hagen Aktiv möchte deshalb mit Unterstützung der heimischen Politik und auch der Hagener Verwaltung die Bezirksregierung in Arnsberg bitten, diese alternative Trassenführung als favorisiert anzusehen. Die Bezirksregierung soll zusätzlich gebeten werden, auf den Netzbetreiber Amprion einzuwirken, damit diese Variante realisiert werde. „Das geht nur mit politischem Druck“, so Karin Nigbur-Martini.

Gespräch mit Bürgerinitiativen

Aber auch mit Unterstützung der beiden Bürgerinitiativen vor Ort. Claudia Scholten (Bürgerinitiative Hohenlimburg unter Höchstspannung), habe bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Und Andrea Schüren von der Bürgerinitiative Reher Heide hatte schon im Jahr 2013 gefordert: „Die Trassen müssen in den Wald verlegt werden.“

 
 

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