Müllverbrennung bis 2032 gesichert

Die Öfen der Müllverbrennungsanlage Hagen können bis 2032 voll befüllt werden.
Die Öfen der Müllverbrennungsanlage Hagen können bis 2032 voll befüllt werden.
Foto: Michael Kleinrensing
  • Die Auslastung der Müllverbrennungsanlage in Hagen ist bis 2032 gesichert
  • Die Gesellschafter Hagen, Dortmund und Enervie AG setzen ihr Miteinander fort
  • In den Öfen in Boelerheide werden jährlich 120 000 Tonnen Abfall thermisch verwertet

Hagen..  Die Auslastung der Hagener Müllverbrennungsanlage (MVA) und damit die Stabilisierung der Gebühren bei der Müllentsorgung ist bis 2032 gesichert. Die Gesellschafter des Hagener Entsorgungsbetriebes (HEB) – Hagen, Dortmund und Enervie AG – haben sich im Rahmen eines Konsortialvertrages darauf verständigt, ihre Zusammenarbeit fortzusetzen. Auch der Aufsichtsrat der städtischen Tochtergesellschaft hat der Fortsetzung dieses Miteinanders nach Informationen dieser Zeitung bereits einstimmig (ohne Enthaltungen) zugestimmt. Damit scheint die noch ausstehende Rückendeckung des Rates sicher.

Der Einstieg der Lünener Remondis-Gruppe, die zu den weltweit größten Dienstleistern in der Müll- und Recycling-Sparte zählt, als RWE-Nachfolger bereits seit zwei Jahren auch als privater Anteilseigner (19,06 Prozent der Aktien) bei der Enervie AG agiert und gerne auch den Einstieg ins Hagener Entsorgungsgeschäft vollzogen hätte, hat sich somit vorerst erledigt. Ursprünglich war im Rahmen der Restrukturierungsbemühungen beim heimischen Energieversorger überlegt worden, die dort gehaltenen HEB/HUI-Anteile zu veräußern (Wert: ca. sechs Millionen Euro), um für frische Liquidität zu sorgen. An dieser Stelle hätte Remondis gerne zugegriffen.

Gesellschafter bleiben

Mit der Beibehaltung der bisherigen Gesellschafterstrukturen wird auch die sogenannte Inhouse-Fähigkeit des HEB gewahrt, die dem Unternehmen als einer lupenreinen kommunalen Tochter den Erstzugriff auf den Hagener Müllmarkt an allen europäischen Ausschreibungszwängen vorbei garantiert. Durch eine im April dieses Jahres erfolgte Änderung im Vergaberecht ist nämliche eine mittelbare Beteiligung von privaten Gesellschaftern – im Fall von HEB/HUI also die Beteiligung von Remondis bei der vorzugsweise kommunal getragenen Enervie AG – zulässig. Dazu muss künftig die gesellschaftsrechtliche Beteiligung der Enervie, die bislang faktisch über die Mark-E AG erfolgte, auf eine neue, der Stadt weisungsgebundene Gesellschaft übertragen werden: Hierzu wird die neu zu gründende „Entsorgungsbeteiligung Hagen GmbH“ installiert.

Diese hält künftig 29 Prozent der HEB-Anteile, 51 Prozent verbleiben bei der Hagener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft und 20 Prozent bei der Entsorgung Dortmund GmbH (EDG). Bei der Hagener Umweltservice- und Investitionsgesellschaft (HUI), die das gewerbliche Entsorgungsgeschäft managt, bleiben die Beteiligungen unverändert: 51 Prozent Gesellschaft für Immobilien und aktive Vermögensnutzung (GIV), 29 Prozent Mark-E, 20 Prozent EDG.

Mit der Fortsetzung der Zusammenarbeit wurde auch die Auslastung der MVA am Pfannenofen mittelfristig gefestigt. Während aus Hagen weiterhin 55 000 Tonnen Müll pro Jahr in die Öfen wandern, liefert Dortmund künftig insgesamt 35 000 Tonnen. Weitere 30 000 Tonnen an gewerblichen Fremdmengen steuert noch die HUI bei, während ihre kommunalen Fremdmengen künftig nach Iserlohn transportiert werden. Mit insgesamt 120 000 Tonnen läuft die MVA somit unter Volllast.

HEB-Chef sieht nur Gewinner

HEB-Geschäftsführer Dr. Herbert Bleicher wollte angesichts der fehlenden Voten aus der Politik sich auf Anfrage dieser Zeitung zu Details der neuen Vereinbarung zwischen den Gesellschaftern nicht äußern. Er machte jedoch deutlich: „Wir haben eine Win-win-Situation für alle Beteiligten gefunden: Zum einen ist die Auslastung der MVA überwiegend mit kommunalen Mengen jetzt über das Jahr 2017 hinaus gesichert. Zum anderen ist die Entsorgungssicherheit für die EDG für ihre Mengen gewährleistet, und die bestehende Partnerschaft zwischen den Gesellschaftern wurde gefestigt.“

 
 

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