Müllentsorgung wird in Hagen ab 2013 teurer

Der HEB will die Müllgebühren 2013 etwas anheben.
Der HEB will die Müllgebühren 2013 etwas anheben.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Der Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB) dreht an der Gebührenschraube: Während die Kosten für die Müllentsorgung um 3,1 Prozent steigen, können die meisten Bürger bei der Straßenreinigung sowie beim Winterdienst sogar auf sinkende Ausgaben hoffen.

Hagen.. „Nach der Nullrunde für dieses Jahr müssen wir 2013 bei der Gebührenbedarfsberechnung auf die allgemeinen Kostensteigerungen reagieren“, verweist der neue HEB-Geschäftsführer Herbert Bleicher beim Thema Müll auf die jüngste Tariferhöhung im öffentlichen Dienst (+ 6,3 %), die rasante Benzinpreisentwicklung sowie gestiegene Werkstattkosten. Konkret bedeutet dies, dass die Gebühr pro Liter Abfall von 3,20 Euro um zehn Cent auf 3,30 Euro steigt (siehe Beispiel-Jahresrechnungen in der Grafik).

Zudem entstehen dem HEB Mehrkosten durch die bevorstehende Einführung der Wertstofftonne. Diese soll zunächst in Boele und Boelerheide testweise den Haushalten als umfassendere Alternative zu den gelben Säcken zur Verfügung gestellt werden. Dadurch werden zusätzliche Fahrten, die Anschaffung weiterer Tonnen sowie Sortieraufwand erforderlich. Ob sich dieser durch die Vermarktung der gewonnenen Wertstoffe refinanzieren lässt, erscheint noch offen: „Momentan ist es für uns nicht vorstellbar, dass sich dieses Angebot kostenneutral darstellen lässt.“ Für die Hagener Bürger eröffnet sich durch die schrittweise Einführung der Wertstofftonnen, die ab 2015 zur Pflicht werden, jedoch die Chance, ihr Restmüllvolumen zu reduzieren.

Bio-Tonne rückt in den Fokus

Obendrein rückt im Rahmen der Kreislaufwirtschaftsgesetzgebung auch noch die Bio-Tonne in den Fokus, für die die Hagener neben der Restmüll-, Papier- und Wertstofftonne womöglich auch noch Platz schaffen müssen. „Wir würden dies nur machen wollen, wenn es ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist“, meint Bleicher und erinnert daran, dass die in der Müllverbrennungsanlage entstehende Energie durch das Verfeuern von Biomasse ja schon heute für das Fernwärmenetz intelligent genutzt werde. Den Biomüll stattdessen einem Vergärungsprozess zuzuführen, hält der HEB-Chef daher für überflüssig.

Außerdem beginnt der HEB im kommenden Jahr mit der Errichtung eine Gasturbine, um auch den entstehenden Dampf der Anlage zu nutzen. Die Zehn-Millionen-Euro-Investition wird 17.135 Megawattstunden liefern – das entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 4800 Haushalten – und somit die Stromkosten der MVA deutlich senken. Somit kann die Turbine, die von der Firma MAN geliefert wird und 2014 in Betrieb gegen soll, vor allem im Sommer, wenn kaum Fernwärme benötigt wird, die Leistungsspitzen nutzen und die Energieeffizienz der Anlage erhöhen.

Neue Wege in der Straßenreinigung

Neue Wege geht der HEB zudem bei der Straßenreinigung sowie beim Winterdienst. So sinkt der Gebührensatz für den Kehr-Service von aktuell noch 3,05 Euro pro laufenden Meter auf künftig 2,74 Euro. Gleichzeitig werden die Winterdienstgebühren dem tatsächlichen Räum-Aufwand angepasst. Das heißt, dass mit Blick auf den Durchschnitt der vergangenen drei Jahre die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden in den verschiedenen Streurevieren gewichtet wurden. Demnach steigen die Gesamtkosten in der Winterdienststufe A (Hauptverkehrsstrecken und Buslinien) leicht an, während in den Stufen B und C die Kosten sinken (siehe Grafik). „Damit wollen wir ein Stück mehr Gerechtigkeit schaffen“, sagt Bleicher zu, dass auch in den nächsten Jahren kontinuierlich versucht werde, in den Gebühren den tatsächlich geleisteten Winterdienst-Service abzubilden.

Um einer möglichen Debatte über Gebührenanpassungen und eine vom einstigen HEB-Chef Werner König noch eingefädelten Dienstwagen-Anschaffung beim HEB vorzubeugen, stellt Herbert Bleicher klar: „Für einen Vier-Personen-Haushalt steigen die Müllgebühren um etwa sechs Euro pro Jahr – darin sind die Dienstwagen angesichts des Gesamtgebührenbedarfs mit gerade einmal 0,3 Cent enthalten.“

 
 

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