"Mord am Hellweg" macht Station im Kunstquartier Hagen

Autoren aus verschiedensten Ländern lasen in Hagen aus ihren Krimis.
Autoren aus verschiedensten Ländern lasen in Hagen aus ihren Krimis.
Foto: WP
Europas größtes Krimifestival, „Mord am Hellweg“, hat Station im Kunstquartier Hagen gemacht. Gäste waren das Autorenduo „Nicci French“, der Brite Mark Billingham, der Schwede Stefan Ahnheim und Bernard Minier aus Frankreich.

Hagen-Mitte.. Eine verlassene Holzhütte, hinter der geheimnisvoller Nebel aufsteigt. Ein grelles Kreischen, das die Nacht zerreißt. Und natürlich ein Ermittler mit einer herausragenden Kombinationsgabe. Was manchen die Haare zu Berge stehen lässt, fasziniert tausende von Leseratten.

Das Hagener Kunstquartier war Gastgeber der siebten Auflage von Europas größtem internationalen Krimifestival „Mord am Hellweg“. Zu Gast waren die Autoren Nicci Gerard und Sean French aus England, die besser bekannt sind unter dem Pseudonym „Nicci French“, der Brite Mark Billingham, der Schwede Stefan Ahnhem und Bernard Minier aus Frankreich, während das Landespolizeiorchester NRW für die musikalische Begleitung sorgte.

Prolog in Originalsprache

Die 260 begeisterten Kriminalliebhaber, die am Freitag ins Kunstquartier kamen, hatten die Möglichkeit zu sehen, wer hinter den oft so grausamen Romanen steckt, die tausende Bücherwürmer in ihren Bann ziehen. „Ich finde es spannend zu sehen, wie jemand aussieht und rüberkommt, der sich solche Geschichten ausdenkt“, erklärte Astrid Knoche, Leiterin des Kulturbüros Hagen.

Nach dem Prolog in Originalsprache, lasen Schauspieler und Journalisten Auszüge auf Deutsch vor und ließen die Zuhörer in eine Welt der Intrigen und kaltblütigen Morde abtauchen.

Die Autoren plauderten über ihre Kriminalgeschichten und verrieten, woher sie die Ideen und Motivation für ihre neusten Kapitalverbrechen nehmen. Autor Mark Billingham steckte sogar selbst mal in der Rolle des Opfers, weswegen er diesen auch in seinen Büchern immer eine besondere Rolle einräumt: „Es klopfte an meiner Tür im Hotel und als ich aufmachte, standen dort drei Männer mit Skimasken vor mir, die mich drei Stunden lang festhielten und Geld forderten.“

Schaurige Schilderungen

Geplant und organisiert wird die Veranstaltung unter dem Motto „Hellweg trifft Europa“ vom Westfälischen Literaturbüro in Unna in Kooperation mit den Kulturbetrieben in Unna. Rund um die alte Verkehrs- und Handelsstraße Hellweg, die mit Karl dem Großen in Verbindung gebracht wird, konnten internationale Autoren in acht Wochen ihre neusten Werke an Tatorten wie Unna, Dortmund oder Schwerte vorstellen.

Die schaurigen Schilderungen der Autoren und die vorgelesenen Indizien weckten schnell die Neugierde der Hagener Bücherliebhaber: „Ich achte immer auf die Nebenfiguren, weil das ganz oft die Täter sind“, verriet der begeisterte Krimifan Reinhold Niestegge über seine Strategie bei der Suche nach dem Mörder.

Ein wichtiger Bestandteil des Krimifestivals am Hellweg ist auch die Anthologie, die Kurzgeschichten über Morde an den Austragungsorten beinhaltet. Renommierte Autoren hatten die Aufgabe, kurze Krimis zu dem Titel „Sexy. Hölle. Hellweg“ zu verfassen. Der österreichische Bestsellerautor Andreas Gruber begab sich dafür an den Tatort Volmestadt und präsentierte seine Kriminalgeschichte „Hagens älteste Lustgrotte“.

 
 

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