Mit Rolling Stones und Ironie an die Amtsgerichtsspitze

Michael Koch
Ulrich Sachse ist neuer Direktor des Amtsgericht. Mit dem  57-Jährigen übernimmt ein gebürtiger Hagener die Leitung.
Ulrich Sachse ist neuer Direktor des Amtsgericht. Mit dem 57-Jährigen übernimmt ein gebürtiger Hagener die Leitung.
Foto: WP Michael Kleinrensing
  • Ulrich Sachse (57) neuer Direktor des Amtsgerichts Hagen.
  • Gebürtiger Hagener und Rolling-Stones-Fan.
  • Bei Amtseinführung Selbstironie gezeigt.

Hagen. Die Rolling Stones und Deep Purple gehören zu seinen Lieblingsbands. Und dank seiner beiden Söhne hat Ulrich Sachse aktuell auch wieder den Anschluss gefunden an die neusten Entwicklungen in der Heavy-Metal-Szene. Der Sachse-Nachwuchs sorgte gestern dann auch mit seiner Band „Psychic Mind“ für die rockige musikalische Untermalung, als der Vater offiziell als neuer Hagener Amtsgerichtsdirektor präsentiert wurde.

Dass der 57-Jährige auch die Welt abseits der Paragrafen kennt, hatte er aber nicht nur mit der für den Anlass eher ungewöhnlichen Musik-Auswahl bewiesen, sondern auch mit einer lockeren Einführungsrede voll feinem Humor und Selbstironie.

In dieser Rede bekannte sich der 57-Jährige aber auch zu ein wenig Verunsicherung. Und dazu, dass der überaus freundliche Empfang an der neuen Wirkungsstätte durchaus Bürde und Belastung sei, weil er hoffe, die hohen Erwartungen auch erfüllen zu können.

Als Posaunist aktiv

So freundlich war der Empfang sicherlich, weil viele Richter und Beschäftigte des Amtsgerichtes, aber genauso auch Rechtsanwälte und Staatsanwälte den neuen Direktor kennen. Denn Ulrich Sachse ist gebürtiger Hagener. Und in Hagen hat auch seine Richter-Laufbahn begonnen. Zunächst am Landgericht, dann am Amtsgericht. 2001 wechselte er als Vize-Direktor an das Amtsgericht Schwelm, dessen Direktor er schließlich 2008 wurde. Im September 2010 übernahm er das Amt des Vizepräsidenten am Landgericht Arnsberg, bevor er nun an die Spitze des Hagener Amtsgerichts berufen wurde.

„Ein beruflicher Lebenstraum hat sich damit erfüllt“, sagte Ulrich Sachse, der mit einer Ärztin verheiratet ist, gestern. Denn egal, wo er in den vergangenen drei Jahrzehnten beruflich gewirkt hat, Hagen ist er immer treu geblieben (bzw. Breckerfeld). Geboren in Boele, lebte er später mit den Eltern in Zurstraße, dann in Wehringhausen und schließlich in Halden.

Und auch in der Hagener Ortsgruppe des Richterbundes ist er die ganze Zeit geblieben. Genauso wie der Posaunist jahrelang Stütze der erst kürzlich aufgelösten Juristen-Band „Juris“ war. Hat er Bedenken, dass es auch zur Belastung werden kann, dass Arbeits- und Lebensort jetzt so nah zusammenliegen? „Nein, dafür ist Hagen schon groß genug“, sagt Ulrich Sachse.

Auf ihn warten jetzt viele Aufgaben. Denn das Amtsgericht Hagen hat mit seiner zentralen Mahnstelle und als zentrales Vollstreckungsgerichts Sonder-Aufgaben, die es in Land und Bund zu einer äußerst bedeutenden Justiz-Behörde machen.