Mit leeren Händen

Suchen wir doch mal den Gewinner in der Kategorie Verlierer der Woche: Ingo Hentschel, von seiner eigenen Gattin als Fraktionsvorsitzender der Linken im Hagen Rat beerbt, könnte da nach der letzten Ratssitzung ein ganz heißer Kandidat sein.

Zu Beginn der Sitzung sah sich der Linken-Politiker, der gelegentlich von seinem eigenen Mundwerk links und rechts zeitgleich überholt wird, noch als Vorsitzender des Sozialausschusses. Nachdem allerdings die fraktionslose Barbara Hanning (früher Richter) ganz zu Ende der Sitzung aus zwei Überraschungs-Ei-Kugeln auswählen durfte, um so per Losentscheid den Vorsitzenden des Wahlprüfungsausschusses festzulegen, stand Hentschel mit leeren Händen da. Die Ex-Grüne zog Claus Rudel (SPD).

Nun muss man wissen, dass in einer Sitzungsunterbrechung die großen Fraktionen Hentschel den Vorsitz im Rechnungsprüfungsausschuss anboten. Hätte er zugegriffen, hätte er dem Rat einen elendig langen Abstimmungsmarathon erspart und seiner Fraktion das Pöstchen gesichert.

Zweimal „hätte“ – war aber nicht. Hentschel lehnte ab, bestand auf den Fachgebieten Sport-, Umwelt- oder Soziales. Und hatte am Ende nichts.

Während die politische Konkurrenz nun mutmaßt, Hentschel habe sich gründlich verrechnet, erklärt der Ex-Ausschuss-Vorsitzende, dass er und seine Partei Haltung gezeigt hätten und einmal mehr aufs Übelste ausgetrickst worden seien.

Ingo Hentschel, der Gewinner der Verlierer-Wertung? Wie auch immer: Unsere Stimme ist ihm sicher.

 
 

EURE FAVORITEN