Missbrauch: Fünf Jahre Haft für den Onkel

Hagen.  Die Jugendschutzkammer des Landgerichts hat gestern einen Mann (50) aus Altenhagen für fünf Jahre ins Gefängnis geschickt. Er hatte sich an seiner Nichte (15) und einem Mädchen (5) aus dem familiären Umfeld vergangen. Die Urteilshöhe kam nicht überraschend – bereits am ersten Verhandlungstag (17. November) war zwischen den Prozessbeteiligten eine entsprechende Absprache getroffen worden (wir berichteten).

Sexueller Missbrauch einer Jugendlichen in acht Fällen, sowie schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes und Widerstandsunfähigen lautete der festgestellte Tatbestand. Vorsitzender Richter Marcus Teich betonte, dass das frühe Geständnis des Angeklagten von hohem Wert gewesen sei, womöglich hätte man ihm sonst gar nicht alle Sexualstraftaten nachweisen können.

Sicherungsverwahrung droht

Straferschwerend würden hingegen die gravierenden Folgen seiner Missbrauchs-Taten ins Gewicht fallen: Die Nichte sei für ihr Leben gezeichnet, sie müsse sich ein Leben lang mit dem Geschehenen befassen, stellte das Gericht fest. Richter Teich drohte an: Sollte es nach der Haftverbüßung zu weiteren Taten kommen, werde womöglich Sicherungsverwahrung angeordnet.

Um sich vor den aggressiven Anfeindungen seiner Familienangehörigen zu schützen, hatte der Angeklagte demonstrativ seinen Rücken dem Zuschauerraum zugewandt.

 
 

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