Ministerium: Grünes Licht für Erkundungsbohrung

Hagen.. Das NRW-Wirtschaftsministerium will die Erteilung von Genehmigungen für geologische Erkundungsbohrungen zur Lokalisierung von Erdgasfeldern in Nordrhein-Westfalen befürworten. Diese Bohrungen seien nicht von dem Moratorium gegen Erdgaserkundungen betroffen.

Der Energiekonzern Wintershall plant im Herbst dieses Jahres in NRW geologische Tiefenbohrungen bei der zuständigen Bergbaubehörde in Arnsberg zu beantragen. Ob das Unternehmen auch auf Hagener Gebiet um eine Bohrgenehmigung ersuchen wird, ist noch unklar. Die Standortauswahl sei in der heißen Phase, heißt es aus der Wintershall-Zentrale in Kassel.

Kritiker befürchten beim Fracking Schaden für die Umwelt

Diese Bohrungen sollen Aufschluss darüber geben, ob vor Ort überhaupt wirtschaftlich in Gestein gebundenes Gas mit der umstrittenen Fracking-Methode gefördert werden kann. Kritiker befürchten beim Fracking erhebliche Schäden für die Umwelt, beispielsweise eine Verseuchung von Grundwasser durch in die Erde gepumpte Chemikalien.

Bislang war offen, ob ein von der rot-grünen Landesregierung verhängtes Moratorium für Probe- und Förderbohrungen auch die geologischen Erkundungsbohrungen stoppt. Die Landesregierung vergibt derzeit ein Gutachten, das die Auswirkungen von Frack-Aktivitäten auf die Umwelt untersuchen soll. Das Ergebnis wird voraussichtlich Mitte des kommenden Jahres vorliegen. Über die Genehmigung für Bohrungen mit Frack-Maßnahmen soll daher erst entschieden werden, wenn das Gutachten vorliegt, heißt es seitens der Landesregierung.

Genehmigung kann nicht mit Verweis auf Moratorium verweigert werden

Geologische Erkundungsbohrungen zur Feststellung von Erdgasvorkommen schließt das Moratorium nach Aussage des NRW-Wirtschaftsministeriums aber nicht ein, da es dabei zu keinen Frack-Aktivitäten komme. „Ansonsten müssten wir landesweit alle Tiefenbohrungen stoppen, z.B. auch geothermische Bohrungen“, erläutert Ministeriumssprecher Stefan Grönebaum. Eine Genehmigung könne daher nicht mit Verweis auf das Moratorium verweigert werden; allenfalls aus anderen Gründen.

Bei der BASF-Tochter Wintershall werden diese Worte mit Wohlwollen aufgenommen. „Unsere Experten befinden sich in der Planung, an welchen Orten diese Gesteinsuntersuchungen in unseren Konzessionen erfolgen können“, sagt Unternehmenssprecher Stefan Leunig. Im Herbst sollen jetzt Standorte festgelegt und Genehmigungen beantragt werden.

Bei geologischen Erkundungsbohrungen, wie sie Wintershall nach eigener Aussage an bis zu fünf Standorten im Konzessionsgebiet Ruhr plant, werden in rund 200 Metern Tiefe Gesteinsproben für Analysezwecke entnommen.

Wintershall hat sich bis 2013 auf nordrhein-westfälischem Grund Rechte an zwei Claims gesichert, um zu erkunden, ob dort in einigen tausend Metern Tiefe in Stein gebundenen Gas wirtschaftlich gefördert werden kann. Ein Teil der 2500 Quadratkilometer großen Konzession Ruhr, die sich in west-östlicher Ausdehnung von der niederländischen Grenze bis ins Sauerland erstreckt, umfasst 90 Prozent des Hagener Stadtgebietes und Teile des Umlandes.

 
 

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