Migranten sprechen beim Fluchtpunkte-Gipfel über Integration

Migranten aus Südwestfalen beim Fluchtpunkte-Gipfel im WP-Pressehaus.
Migranten aus Südwestfalen beim Fluchtpunkte-Gipfel im WP-Pressehaus.
Foto: Volker Hartmann
Die Westfalenpost hat Menschen an einen gemeinsamen Gesprächstisch geholt, die als Migranten nach Deutschland gekommen sind und das Gefühl haben, in einer neuen Heimat gut aufgenommen worden zu sein. Wir haben ihnen dabei vier Fragen gestellt.

Hagen.. Während der vergangenen Sommer- und Herbstmonate haben wir mit unserer umfassenden Serie „Fluchtpunkte“ die unterschiedlichsten Integrationsaspekte von Flüchtlingen in Südwestfalen im Rahmen großer, sorgfältig recherchierter Reportagen vorgestellt.

Nun haben wir einmal Menschen an einen gemeinsamen Gesprächstisch geholt, die als Migranten nach Deutschland gekommen sind und das Gefühl haben, in einer neuen Heimat gut aufgenommen worden zu sein. Wir haben ihnen dabei vier Fragen gestellt:

  • 1. Was waren Ihre bedeutsamsten Erfahrungen (gute und/oder schlechte) im Rahmen Ihrer Einwanderung nach Deutschland?
  • 2. Viele Migranten aus aller Welt möchten bei uns heimisch werden. Was sollten sie unbedingt wissen oder lernen?
  • 3. Was raten Sie aus Ihrer ganz eigenen Erfahrung Flüchtlingen und Einheimischen? Worauf kommt es in der für alle neuen Situation an?
  • 4. Sie selbst haben Integration am eigenen Leib erlebt. Wie lange dauert es eigentlich, in der fremden neuen Heimat wirklich anzukommen?

Lesen Sie auf den folgenden Seiten die Antworten der Migranten

Kayi Schlücker: "Die Flüchtlinge wollen in Frieden leben"

Kayi Schlücker lebt seit nunmehr 17 Jahren in Deutschland. Sie flüchtete erst vor der Diktatur in Togo und dann vor dem Bürgerkrieg im Kongo.

Ihr Vater, der auf der Flucht ums Leben kam, flehte noch die Tochter an, auf keinen Fall nach Frankreich, sondern, wenn irgend möglich, nach Deutschland zu gehen. Der Ruf der Franzosen als ehemalige Kolonialmacht ist auf dem afrikanischen Kontinent nicht sonderlich gut, ganz im Gegensatz zum deutschen: „Die Deutschen haben wenigstens immer Regeln aufgestellt, die Franzosen dagegen willkürlich bestraft“, hat Kayi Schlücker mit auf den Weg bekommen. Seit 15 Jahren ist Kayi Schlücker jetzt in der Intergrationsarbeit in Schwelm tätig.

  • 1. Als eine ihrer bedeutsamsten Erfahrungen in Deutschland nennt die gebürtige Afrikanerin, einen ganz persönlichen Sieg: „Ich habe es wirklich geschafft, den Kulturschock zwischen meiner alten Heimat in Afrika und dann in Europa, in Deutschland auszuhalten und mich damit zu arrangieren. Dabei musste ich unter anderem aber auch erfahren, dass hierzulande viele Menschen immer noch denken, Afrika sei ein Land und kein Kontinent mit vielen unterschiedlichen Ländern, Sprachen und Kulturen.
  • 2. Auch für Kayi Schlücker ist die Sprache die wichtigste Grundlage des Zusammenlebens: „Ich habe innerhalb von nur drei Monaten zumindest die Grundkenntnisse der deutschen Sprache erworben.“
  • 3. Für die Einheimischen hat sie einen besonders wichtigen Hinweis: „Bevor wir hier nach Deutschland gekommen sind, waren wir schon jemand. Wir hatten eine Persönlichkeit, und die haben wir natürlich auch weiterhin.“
  • 4. Beim Stichwort Integration fällt Kayi ein, wie schlimm ihre drei Jahre im Asylheim waren: „Ich war fast psychisch krank, musste mit vielen Frauen aus verschiedensten Ländern auf kleinstem Raum leben.“ Doch die Schwelmerin hat auch Verständnis für die deutsche Bürokratie: „Es ist auch für die Verwaltungsleute oft nicht einfach, die Vorgaben durchzusetzen, das muss man auch ein wenig verstehen und entsprechend geduldig sein.“ Und gleichzeitig betont sie in die andere Richtung: „Vergesst nicht, die Flüchtlinge wollen in Frieden leben, sie wollen nichts Böses.“

Andreas Thiemann

Zenaida Bulic (36): „Ohne Sprache keine Integration“

Sie hat eine Flucht- und Bildungsodyssee hinter sich: Zenaida Bulic (36) kam mit 14 Jahren von Serbien nach Deutschland. Ohne Deutschkenntnisse begann sie in der Hauptschule und wurde schließlich Arzthelferin. Auf dem Abendgymnasium machte sie ihr Abitur und studierte danach Medizin. Heute arbeitet sie als Ärztin in einem Krankenhaus in Herdecke.

  • 1. „Meine Klassenlehrerin hat sich sehr um mich gekümmert. Das war einfach großartig“, erinnert sich Zenaida Bulic.
  • 2. Wer in der Fremde heimisch werden möchte, sollte den anderen Menschen mit einem Lächeln, einem guten Wort begegnen“, rät die Wahl-Herdeckerin. Man solle sich einlassen auf die neue, vielleicht ungewohnte Kultur. Geduldig müsse man auch sein und das Vertrauen nicht verlieren, dann kann es klappen, ist ihre eigene Erfahrung.
  • 3. Worauf es vor allem ankommt? „Sprache, Sprache, Sprache. Erst wenn man die kann, wird man auch wirklich ernst genommen. Dann kann die fremde Welt tatsächlich nach und nach die eigene werden.“
  • 4. Zenaida Bulic fühlt sich inzwischen gut integriert, räumt aber ein, dass dieser Prozess nicht so einfach war: „Es ist mir manchmal schwer gefallen, bestimmte Reaktionen und Verhaltensweisen nicht persönlich zu nehmen. Vor allem, wenn man am Anfang so viele Fragen und Unsicherheiten hat, ist man besonders sensibel und anfällig für kritische Situationen. Und auch davon ist die Medizinerin überzeugt: „Die Flüchtlinge sollen sich unbedingt integrieren, auch wenn sie vielleicht nach einigen Jahren in ihre Heimat zurückkehren.“

Andreas Thiemann

Maissa Akbik (54): "In Deutschland als Frau respektiert"

Mehr als drei Jahrzehnte war die gebürtige Syrerin Maissa Akbik (54) im Nahen Osten als Journalistin tätig. In ihrer Heimat sowie in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Vor drei Jahren kam sie dann nach Deutschland, eigentlich nicht als Flüchtling, sondern ganz offiziell mit einem Visum. Denn Maissa Akbik wollte gar nicht so lange bleiben, doch der Krieg in ihrem Land hat ihre Zukunftspläne völlig zerstört - und ihr eine neue Zukunft eröffnet.

Inzwischen ist Maissa Akbik mit einem syrisch-stämmigen deutschen Arzt verheiratet. Ihren Traum, eines Tages in Syrien den Lebensabend in der bereits vor einigen Jahren gekauften Eigentumswohnung verbringen zu können, hat sie weitgehend aufgegeben.

  • 1. Ihre bedeutendste und auch ganz frühe Erfahrung in Deutschland war, dass sie als Frau überhaupt und ganz selbstverständlich respektiert wurde: „In Dubai oder Abu Dhabi, wo ich vorher gelebt habe, war ich immer ein Niemand. Dort hatte ich keinerlei Recht, nichts.“
  • 2. Wer in Deutschland heimisch werden möchte, sollte niemals vergessen, dass er hier in Sicherheit leben kann: „Heimat ist dort, wo ich ein gutes Gefühl habe. Und das ist hier“, sagt Maissa Akbik.
  • 3. Den Flüchtlingen rät die Syrerin, auch die Einheimischen zu verstehen, die spätestens seit den fürchterlichen Anschlägen in Paris selbst auch große Ängste haben: „Aber trotz aller Furcht ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass die Flüchtlinge nicht gefährlich sind, sondern vielmehr selbst aus Angst in die Fremde geflohen sind. Was alle Menschen wollen, ist eine normale Zukunft ohne Krieg und Terror.“
  • 4. Mit guten Kontakten zu den Einheimischen, am besten mit direkten Patenschaften, fällt eine Integration der Flüchtlinge deutlich leichter, ist Maissa Akbik überzeugt: „Ich fühle mich in Deutschland akzeptiert, hier kann ich einfach in Würde leben, und darum ist das jetzt auch meine Heimat geworden. Und um das auch einmal ganz klar zu sagen: Ich bin glücklich, ich kann mich wirklich nicht beschweren.“
  • Integration bedeutet für Maissa Akbik aber auch, dass man die vorgegebene Ordnung des neuen Landes versteht und entsprechend anerkennt: „Gegebenenfalls muss ich auch meine eigene Mentalität etwas zurückstellen.“

Andreas Thieman

Mustafa Toy (58): „Ich bin ein echter Sauerländer geworden“

Vor fast 40 Jahren kam Mustafa Toy aus der Türkei ins Sauerland. Aus dem launigen Urlaubsaufenthalt wurde binnen weniger Wochen der Plan für ein neues Leben, und seit 14 Jahren ist der heute 58-Jährige deutscher Staatsbürger.

Vor 23 Jahren machte sich der gelernte Autopolsterer mit einer eigenen Werkstatt in Menden selbstständig; heute floriert das Geschäft mit Aufträgen für Luxus-Oldtimer aus aller Welt.

Mit enormem Fleiß und Durchhaltevermögen hat er sich seinen Betrieb aufgebaut. Angefangen hat Toy mit einer alten Industrie-Nähmaschine, die er auf dem Sperrmüll entdeckt hatte. Dieser Fund elektrisierte ihn förmlich, und er beschloss, ein eigenes, kleines Unternehmen zu gründen. „Ich bin ein echter Sauerländer geworden“, sagt der Mann aus Izmir mit hörbarem Stolz. Und Mustafa spricht nicht nur fließend deutsch, er ist auch überzeugt, dass er inzwischen wie ein Deutscher denkt.

  • 1. „Das Erlernen der deutschen Sprache ist natürlich immer das A und O“, sagt Mustafa Toy rückblickend und denkt dabei voller Dankbarkeit an seine geduldigen Kollegen, mit denen er jahrelang in einer Fabrik Seite an Seite unter 80 Frauen arbeitete - und dabei einen bodenständigen Sprachunterricht gratis bekam. „Und wenn man noch mehr lernen will, dann geht man einfach in die Kneipe, denn dort wird richtiges Deutsch gesprochen“, hat Toy über die Jahre hinweg erfahren.
  • 2. Auch wenn der Wahl-Mendener sich im Sauerland richtig heimisch fühlt, so verleugnet er dennoch nicht seine türkischen Wurzeln: „Wo man geboren wurde, das wird man niemals vergessen.“
  • 3. Dass es mit dem Eingewöhnen in Deutschland heute schwerer ist als vor 30 Jahren, davon ist Mustafa Toy überzeugt. Er rät den Flüchtlingen, die jetzt ankommen, „sich unter das Volk zu mischen“, offen auf die Einheimischen zuzugehen, ihnen aber auch stets Respekt zu erweisen.
  • 4. Mustafa Toy fühlt sich längst in Deutschland voll integriert, weil er überall respektiert wird: „Ja, ich bin stolz, ein Deutscher zu sein“, sagt er frank und frei.

Andreas Thiemann

Thaksan Sothinathan: „Ich bin ein tamilischer Sauerländer“

„Ich bin ein tamilischer Sauerländer.“ Das sagt Thaksan Sothynathan im Rahmen des „Fluchtpunkte-Gipfels“ gern und oft, und es klingt wie ein selbstbewusstes Bekenntnis.Thaksans Eltern flohen in den 80er Jahren vor dem Bürgerkrieg in Sri Lanka und kamen schließlich nach Meschede. Ihr Sohn machte dort ein Einser-Abitur und studiert inzwischen BWL und Ingenieurwissenschaften an der RWTH Aachen.

„Meine Nachbarn in Meschede kenne ich besser als meinen Onkel in Indien“, erklärt der junge Mann und verweist darauf, dass Deutschland seine erste Heimat ist. Seine Wurzeln kann und möchte Thaksam Sothynathan aber nicht vergessen. Eine halbes Jahr hat er kürzlich in Indien gelebt. Er versucht, beide Kulturkreise zu verbinden.

  • 1. Die Deutschen in seiner unmittelbaren Mescheder Umgebung hat der junge Thaksan bisweilen wie Mentoren oder Paten erlebt. Das habe ihm sehr geholfen, „das war wie Gold“, erinnert er sich dankbar.
  • 2. Den Migranten von heute wünscht der Student, dass sie möglichst schnell und deutlich ihre eigene Leistungsbereitschaft signalisieren. Dass sie deutsche Werte und Tugenden übernehmen. Aber auch, dass sie jemand an die Hand nimmt und ihnen im Alltag hilft. Das hat er selbst so erlebt und als ausgesprochen wichtig empfunden. Als „größtes Glück“ aber nennt Thaksan Sothynathan die Tatsache, dass er nie in einem Asylheim leben musste.
  • 3. Den Einheimischen rät Thaksan, sich nicht von Vorurteilen leiten zu lassen: „Wie viele Facebook-Kommentare gibt es von Menschen, die noch nie mit einem Flüchtling gesprochen haben, die noch gar keinem persönlich begegnet sind!“
  • 4. Ob er sich, der selbst in Deutschland geboren wurde, wirklich integriert fühlt? Thaksan Sothynathan hat einen bedeutsamen Wunsch: „Die Leute sollen nicht mehr lachen, wenn ich sage, dass ich ein Deutscher bin.“

Andreas Thiemann

Mohameds El-Chartounis: „Nur hier habe ich meine Freunde“

Wer sich auf neue Situationen möglichst offen einlässt, wird auch seinen Weg gehen können: Diese Haltung sei der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft, das ist Mohameds El-Chartounis unumstößliche Überzeugung.

Vor 30 Jahren kam El-Chartouni mit seinen Eltern aus dem Libanon. Die Flucht glich einer Weltreise, die sogar über Indien führte. Weil aber schon Verwandte in Deutschland lebten, war das schließliche Ziel von Anfang an eigentliche eine ausgemachte Sache. Heute ist Mohamed El-Chartounis ein engagierter Sozialarbeiter und ein ebenso begeisterter Rapp-Musiker.

  • 1. Gut erinnert sich Mohamed noch an die ersten Jahre in Deutschland: „Das war schon ziemlich krass damals. Wir lebten wirklich in einfachsten Verhältnissen. Uns ging es nicht besonders gut, aber immer noch besser als im Libanon.“
  • 2. Um möglichst schnell heimisch werden zu können, muss die Arbeitserlaubnis schnellstmöglich erteilt werden, denn sonst gibt es auch keine Aufenthaltserlaubnis. Das könne sich zu einem fatalen Teufelskreis entwickeln.
  • 3. Den Flüchtlingen heute rät der Moslem, nicht immer nur die vermeintlich negativen Sachen zu sehen: „Dann kommt man nicht wirklich weiter.“
  • 4. Der neuen Heimat ist Mohamed El-Chartouni mit Dankbarkeit und Respekt begegnet: „Wir haben nie vergessen, dass man uns geholfen hat, und ich möchte mich dafür nach wie vor mit meinem Leben hier erkenntlich zeigen. Jetzt ist Deutschland ganz klar meine Heimat geworden. Nur hier habe ich ja auch meine Freunde.“

Andreas Thiemann

Alfred Tafoshi: „Ich werde wie ein Deutscher behandelt“

„Bei uns werden Flüchtlinge richtig gut aufgenommen“, sagt Alfred Tafoshi. Der gebürtige Kosovare lebt seit 24 Jahren in Bad Berleburg, und er erklärt stolz: „Ich werde wie ein Deutscher behandelt.“

  • 1. Die deutsche Sprache möglichst schnell lernen und auch ganz schnell eine Arbeitserlaubnis bekommen, das hält Alfred Tafoshi für die wichtigsten Grundlagen der Integration.
  • 2. Den neuen Flüchtlingen rät er, das Pflichtbewusstsein der Deutschen ernst zu nehmen und es mit ihnen zu teilen. Nur so könne man heimisch werden.
  • 3. Der Moslem erzieht seine Kinder deutsch, wie er betont. Aber er vermittelt ihnen durch seine Religion auch eine islamische Sicht auf die Welt, in der sie leben: „Sie sollen diese doppelte Kultur nicht verpassen, sondern das Beste daraus machen.“

Andreas Thiemann

Yasin: „Ich will Deutschland ganz viel zurückgeben“

Yasin floh vor einem Jahr und acht Monaten aus Syrien nach Deutschland. Er kam zu Fuß, wie so viele andere Flüchtlinge seitdem nach ihm.Yasin: „Ich will Deutschland etwas zurückgeben“„Deutschland hat mir wahnsinnig geholfen, und das möchte ich jetzt nach und nach zurückgeben; ich möchte mich mit meiner Arbeit und meiner guten Einstellung zu Deutschland revanchieren.“

In einem Sprachkurs lernt Yasin die deutsche Sprache, und er macht wirklich sehr gute Fortschritte. In Deutschland gefällt es ihm nicht nur, weil er hier in Sicherheit leben kann. Dass es bei uns feste Gesetze und Verträge gibt, an die man sich halten kann und soll, beeindruckt den Syrer ebenfalls. Inzwischen hat es auch seine Frau nach Deutschland geschafft. Sie bekommen ein Baby; alle sind glücklich.

Andreas Thiemann

Ein Kommentar von Jost Lübben: Respekt und Dankbarkeit

Im Grunde müssten uns die Ohren klingeln. Wir leben in einem Land, dessen enorme Qualität wir selbstverständlich nehmen. Es lohnt sich, unseren gerne gescholtenen Rechtsstaat einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten - zum Beispiel aus dem Erfahrungshorizont der Menschen, die vor Jahren oder Jahrzehnten nach Südwestfalen gekommen sind, um hier ein neues Leben zu beginnen. Das hat die WESTFALENPOST zum Abschluss der Serie „Fluchtpunkte“ getan.

Die meisten von ihnen haben ihre Heimat nicht freiwillig verlassen und viel ertragen müssen. Familienangehörige kamen ums Leben oder wurden manchmal für Jahre inhaftiert. Diese Menschen sprechen voller Dankbarkeit über Deutschland: Es gibt bei uns keine Willkür. Die Bürger haben Rechte, an die sich die Staatsmacht selbstverständlich hält. Klingt banal - aber nicht für jemanden, der erfahren hat, wie grundlos Familienangehörige und Freunde festgenommen wurden. Der Rechtsstaat garantiert Sicherheit und Freiheit.

Flüchtlinge Alle wissen genau, dass in der neuen Heimat Sprachkenntnisse und Leistung die Voraussetzungen für den Erfolg und damit die Integration sind. Das haben sie beherzigt und geben unserer Gesellschaft viel zurück. Dafür aber muss man arbeiten dürfen. Die Karrieren sind beeindruckend, manche reichen vom Hauptschulabschluss bis zum abgeschlossenen Medizinstudium.

Was raten uns diese Migranten von früher? Jeder soll wissen, dass Regeln für alle gelten. Respektiert die Lebensgewohnheiten der anderen. Manche essen kein Schweinefleisch, andere sind Vegetarier. Und wenn es mal schief geht: Geduld haben und nichts zu persönlich nehmen.

Jost Lübben, WP-Chefredakteur

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