Messer und Hammer in der Tüte - Caritasverband noch geschockt von Attacke

Hubertus Heuel
Die Hauptverwaltung des Caritasverbandes Hagen. Hier hat eine Frau randaliert und zwei Mitarbeiter bedroht.
Die Hauptverwaltung des Caritasverbandes Hagen. Hier hat eine Frau randaliert und zwei Mitarbeiter bedroht.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Die Frau, die in der vergangenen Woche beim Caritasverband Hagen in der Bergstraße randalierte, hatte drei Messer und einen Hammer dabei. Wir sprachen mit Vorstand Wolfgang Röspel über mögliche Folgen und Konsequenzen des Vorfalls.

Hagen. Bewaffnet mit Messer und Hammer verletzte eine 40-jährige Frau in der vergangenen Woche zwei Mitarbeiter der Betreuungsabteilung der Caritas. Wir sprachen mit Vorstand Wolfgang Röspel (61).

Kommt es öfter vor, dass Personen randalieren und die Angestellten angreifen?

Wolfgang Röspel: In dieser extremen Form haben wir das glücklicherweise noch nie erlebt. Sicherlich treten manche Leute auch mal energischer auf, es gibt verbale Auseinandersetzungen, aber noch nie ist jemand so rabiat und aggressiv gewesen wie diese Frau.

Um wen kümmert sich denn die Betreuungsabteilung?

Röspel: Nun, um Menschen, die zum Beispiel aufgrund einer psychischen Erkrankung unter gesetzlicher Betreuung stehen. Unsere Aufgabe ist es, deren Geld zu verwalten und es ihnen in festgesetzten Raten auszuzahlen. Das birgt natürlich Konfliktstoff.

Die Frau wollte also Geld haben?

Röspel: Ja, und leider war die ihr zugeteilte Betreuerin, die am ehesten auf sie hätte einwirken können, in der letzten Woche im Urlaub. Die Frau hatte drei Messer und einen Hammer in einer Plastiktüte dabei.

Wie geht es den verletzten Mitarbeitern?

Röspel: Sie sind schon am nächsten Tag wieder zur Arbeit erschienen. Ein Mitarbeiter ist leicht mit dem Messer verletzt worden, eine Angestellte am Handgelenk. Zwei weitere Mitarbeiter sind von der Frau gebissen worden und hatten sich ebenfalls in Behandlung begeben. Gott sei Dank befindet sich die Betreuungsabteilung in einem Großraumbüro – auf ausdrücklichen Wunsch der Mitarbeiter übrigens.

So konnten sie die Angreiferin gemeinsam bändigen.

Röspel: Ja, ich möchte mir nicht vorstellen, wie die Attacke in einem Einzelbüro ausgegangen wäre. Wir werden uns jetzt zusammensetzen und über eine etwaige Verbesserung der Sicherheitsvorkehrungen sprechen.

Welche könnten das sein?

Röspel: Vielleicht Sicherheitsglas in der Eingangstür, damit aggressive Personen, die schon an der Tür rappeln, erst gar nicht hineingelangen können. So lässt sich manche Situation entschärfen.

Wird die Frau denn weiterhin von der Caritas betreut?

Röspel: Nein, wir werden die Betreuung abgeben. Das könnte ich meinen Mitarbeitern denn doch nicht zumuten. Wahrscheinlich wird die Stadt die Betreuung übernehmen.