Mehr Grünflächen und bessere Luft

Hagen..  Wie wird die Stadt Hagen in 50, wie wird sie in 90 Jahren aussehen? Wird es mehr Grünflächen in der Innenstadt geben, wird die Luftqualität besser sein? Und welche Schritte können unternommen werden, um den Alltag für hochbetagte Hagener, deren Zahl ständig zunimmt, lebenswerter zu gestalten?

Um Antworten auf diese und weitere Fragen zu erhalten, will die Verwaltung unter Federführung des Umweltamtes ein integriertes Anpassungskonzept für die Stadt erarbeiten, das im Rahmen der Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel vom Bundesumweltministerium mit 500 000 Euro unterstützt wird. Das mit reichlich Bürokratendeutsch – das Wort „Hochwasserrisikomanagementstrategien“ hat sage und schreibe 36 Buchstaben – umgarnte Projekt könnte nichtsdestotrotz fundamentale, zukunftsweisende Erkenntnisse liefern und gilt denn auch als „kommunales Leuchtturmvorhaben“.

Mehr Lebensqualität

Nicht nur, dass neben der Umweltbehörde auch Planungsamt, Wirtschaftsbetrieb, Wasserbehörde, Vermessungsamt, Feuerwehr und Gebäudewirtschaft einbezogen werden, die Stadt arbeitet zudem eng mit Professor Stefan Greiving, Raumplaner an der TU Dortmund, sowie dem Regionalverband Ruhr zusammen. „Das ist ein Superprojekt, wir werden ein Kompetenz-Team zusammenstellen“, versprach Umweltamtsleiter Ralf-Rainer Braun.

Gerade in den Innenbereichen der Großstädte, so besagen es Klimaprognosen, wird es wärmer und windiger, die Sommer werden trockener, die Winter feuchter. Da die Bevölkerung schrumpfe, aber auch älter werde, bietet sich eine Chance, das Stadtklima mit neuen Grünflächen positiv zu beeinflussen und den Einwohnern gleichzeitig mehr Lebensqualität zu bieten, so Professor Greiving, der als einer der ersten Wissenschaftler Klimaschutz und demographische Entwicklung zusammendenkt: „Es ist verblüffend, dass das sonst keiner tut.“ Das auf drei Jahre angelegte Projekt biete Hagen die Chance, zum Vorbild für andere Städte zu werden.

Umweltdezernentin Margarita Kaufmann brachte es auf den Punkt: „Ein Handlungskonzept für die gesamte Stadtentwicklung gibt es bislang nicht. Aber wenn wir keine Strategie entwickeln und nicht wissen, wo wir hinwollen, dann werden wir scheitern.“ Umweltthemen würden zu oft untergebuttert, weil sie angeblich nicht wichtig genug seien: „Dabei steht die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt auf dem Spiel. Das sollten wir nicht von uns wegschieben.“

 
 

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