Mehr als 500 Schüler kein „kleines Grüppchen“

Wer wirft für das Lennebad den Rettungsring?
Wer wirft für das Lennebad den Rettungsring?
Foto: WP

Hohenlimburg..  Wenn in Hohenlimburg im Jahr 2014 das Lennebad geschlossen werden sollte (unsere Zeitung berichtete gestern), liegen mehr als fünfhundert Schülerinnen und Schüler auf der Straße, denn sie müssen dann zum Schwimmunterricht nach Hagen ins Westfalenbad gefahren werden. Schwimmunterricht steht nämlich unübersehbar in den Richtlinien aller Schulformen und wird insbesondere von der Landesregierung gefördert. Das Motto des Schwimmverbandes lautet „NRW kann Schwimmen“.

„Eine Schließung des Lennebades ist unzumutbar“, sagten deshalb gestern Morgen im Gespräch mit dieser Zeitung die Schulleiter aller Schulen unisono. Ob Grundschule, Hauptschule, Realschule oder Gymnasium - alle Schulformen wären davon betroffen, wenn der Vorschlag von Christoph Gerbersmann Realität und der Stöpsel aus dem Becken gezogen würde.

Und das, weil eine Summe, die nach Einschätzung von Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss sogar bei 300 000 Euro pro Jahr liegt, eingespart werden soll. Geärgert hat sich der Bezirksbürgermeister darüber, dass Gerbersmann in seiner Rede wörtlich von einem „kleinen Benutzerkreis“ gesprochen habe. Oder zählen für ihn die rund 500 Hohenlimburger Schüler nicht? Ebenso die Vereine wie die DLRG, die an ihren Trainingsabenden häufig mehr als einhundert Mitglieder im Lennebad-Becken zählt?

Sicherheitsaspekt Rechnung tragen

Natürlich ist bei den Hohenlimburger Schulleitern das Unverständnis über den Gerbersmann-Vorschlag groß. Denn bei einem Aus fürs Lennebad müssen die Schüler, die jetzt zum Großteil das Bad zu Fuß erreichen können, mit dem Bus nach Hagen gekarrt werden. Und bedeutet für die Schulamt der Stadt gewaltige Kosten und für die Schulen einen kaum zu leistenden organisatorischen Mehraufwand.

Sabine Klimmek, designierte neue Schulleiterin der Heide-Schule, hat viele Jahre Schwimmunterricht erteilt. Einst im kleinen Bad in Boele, danach im Westfalenbad und nun seit zwei Jahren in Hohenlimburg. „Hier genügt es, wenn wir mit zwei Lehrkräften die Schüler beaufsichtigen. Das ist im Westfalenbad nicht möglich, weil es dort mehrere Ebenen gibt. Dort benötigen wir, um dem Sicherheitsaspekt Rechnung zu tragen, drei Lehrer für die Aufsicht.“ Das könne sie stundenplantechnisch aber nicht leisten.

Hinzu kommen für alle Grundschulen die zahlreichen Fahrdienste. Anja Krüselmann, Leiterin der Standorte Im Kley / Reh, spricht von 18 Touren, die die Hagener Straßenbahn dann wöchentlich mache müsse, um die mehr als einhundert Schüler ins Westfalenbad zu bringen. „Ins Lennebad gehen die Kley-Grundschüler zu Fuß.“

„Wenn wir mit unseren Schülern ins Westfalenbad fahren müssen, bleibt zum Schwimmen zu wenig Zeit“, betont Dorothee Derksen, Schulleiterin der Realschule Hohenlimburg. „Wenn wir eine Fahrzeit von rund 40 Minuten rechnen und die Umkleidezeit hinzu addieren gehen, wir von einer Schwimmzeit von 30 Minuten aus. Und das ist viel zu wenig.“

Das sagt auch Gabriele Klubmann, stellvertretende Schulleiterin des Gymnasiums. „Bei uns sind zwischen den Herbst- und den Osterferien mehr als einhundert Schüler der Klassenstufe 5 betroffen, die zu Fuß zum Lennebad gehen. Diese mit dem Bus ins Westfalenbad zu fahren, ist eine Belastung, die nicht zu akzeptieren ist.“

 
 

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