Mahmoud R. beruft sich auf einen Blackout zur Tatzeit

In blinder Wut soll der Hagener Mahmoud R. seine frühere Lebensgefährtin attackiert und gewürgt haben – bis zur Bewusstlosigkeit. Seit gestern muss sich der 45-Jährige wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vor dem Schwurgericht verantworten. Er beruft sich auf einen Filmriss.

Hagen. In blinder Wut soll der Hagener Mahmoud R. seine frühere Lebensgefährtin attackiert und gewürgt haben – bis zur Bewusstlosigkeit. Seit gestern muss sich der 45-Jährige wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vor dem Schwurgericht verantworten. Er beruft sich auf einen Filmriss.

Am Abend des 19. Juli, so der Vorwurf, schlug und trat er in der Wohnung der Frau in der Kottmannstraße auf sie ein, zerrte sie an den Haaren, haute ihr einen Receiver auf den Kopf und würgte sie unter Todesdrohungen bis zur Ohnmacht – bis Andere dazwischen gingen.

"Ich liebe diese Frau"

Mahmoud R. ist ein eher kleiner, schmächtiger Mann. Vor Gericht erscheint er im weißen Hemd mit Krawatte. Mit dem massiven Vorwurf konfrontiert, beginnt er zu reden und will gar nicht mehr aufhören. In seiner Version scheint er zum Opfer zu werden. Opfer seiner Liebe zu einer Frau, die ihn schlecht behandelt, ja ausgenutzt habe.

Ausführlich schildert der Hagener, wie sie sich kennen lernten und listet dann auf, wie sie ihm mit Stress und Forderungen zugesetzt habe – selbst nach der Trennung. „Theater, immer Theater. Ich weiß nicht, was mit dieser Frau los ist. Die hat mich kaputt gemacht, diese Frau.“ Sie wisse genau, dass er springe, wenn sie anrufe. Aber, das betont er: „Ich liebe diese Frau. Sie ist die Mutter meiner Kinder.“

In früheren Aussagen Details geschildert

Was den Tatabend betrifft, will er sich nur an den Beginn einer Auseinandersetzung wegen seiner Alkoholisierung erinnern können. Sie habe geschimpft und ihn geschubst, er habe sie an den Haaren gezogen. Danach soll sein Gedächtnisverlust einsetzen, auch wenn er bei früheren Aussagen immer andere Details schilderte.

Das Gericht zeigt ihm Fotos von seinem mutmaßlichen Opfer und den Würgemalen. „Das habe ich gemacht? Das tut mir leid, die ganze Sache.“ Dennoch beharrt er auf sein Blackout.

Nach islamischem Recht verheiratet

Daraufhin soll die ehemalige Lebensgefährtin aussagen – und die Prozessbeteiligten erleben die nächste Überraschung. Die 33-jährige Hagenerin bekundet, nach islamischem Recht mit dem Angeklagten verheiratet zu sein und erklärt: „Ich bin nicht bereit, hier auszusagen. Wir haben drei Kinder zusammen. Wir sind eine Familie.“

Das Gericht klärt nun, ob sie auf dieser Grundlage die Aussage tatsächlich verweigern kann.

 
 

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