„Lokal wird es eine spürbare Belastung geben“

Kabel..  Egal, in welchem Saal das Thema Cargobeamer in diesen Tagen behandelt wird, der geplante Verladebahnhof am Südufer des Hengsteysees erhitzt die Gemüter. Die offizielle Bürgerbefragung gestern Abend im Saal der St. Antonius-Gemeinde an der Schwerter Straße vermochte noch nicht einmal das DFB-Pokal-Halbfinale zwischen München und Wolfsburg zu verkürzen. Die rund 200 anwesenden Bürger machten ihrem Ärger bis in den späten Abend Luft.

Hans-Dieter Schumacher (Fachbereich Stadtentwicklung) ist ein erfahrener Mann auf seinem Gebiet. Was dem ein oder anderen Bürger im Saal an vielen Stellen mitgebrachte Bedenken zu nehmen schien. Ein wichtiger Satz: „Die zulässigen Lärmschutzwerte werden an den Stellen, wo sich Menschen im öffentlichen Raum aufhalten, nicht überschritten.“

Der Kritikpunkt Lärm war neben den Aspekten Verkehrsaufkommen und Naturschutz der meist diskutierte Punkt, nachdem die Verwaltung – so wollen es die Vorschriften in Fragen der Bürgerbeteiligung – nach der wiederholten Vorstellung des Projekts in seinen wesentlichen Zügen, zur Fragerunde gebeten hatte. Schumacher rechnete vor, dass durch die geschätzten 520 Lkw, die der Cargobeamer täglich zum Terminal locken würde, eine etwa sechsprozentige Mehrbelastung auf der Dortmunder Straße entstehen würde. Er erntete Applaus für den kleinen Zusatz: „Auf der langen Strecke sorgt so ein Cargobeamer für Entlastung, lokal muss allerdings zunächst von einer spürbaren Belastung ausgegangen werden.“

Zum Ärger der anwesenden Bürger gab es gestern Abend noch einmal die Information, dass alle Lkw, die den Cargobeamer anfahren und verlassen (in einem Umkreis von 200 Kilometern) vom sonntäglichen Fahrverbot ausgenommen wären.

„Ich lebe in Bathey und merke doch jetzt schon, dass die A1 zuletzt immer lauter wurde. Wir müssen dringend über das Thema Lärmschutz sprechen“, ärgerte sich Erika Engel gestern Abend. Sie befürchtet, dass außerdem noch viele weitere Lastwagen von der A2 den Weg Richtung Cargobeamer suchen werden. „Wo werden außerdem die Lkw abgestellt, die ihre Lenkzeiten überschritten haben? Da sind doch so viele Fragen offen.“ Ab 18 Uhr könnten stündlich 78 Lkw-Fahrten über die Dortmunder Straße rollen, rechneten die Verkehrsfachmänner vor.

Der Rat der Stadt Hagen wird in Kenntnis der Anregungen und der Kritik aus der Bürgerbefragung seine Entscheidung für oder gegen einen Bebauungsplan am Südufer des Hengsteysees fällen. Hans-Dieter Schumacher: „Sie können sicher sein, dass jeder ihrer Einwände gehört und beachtet wird. Das ist der Sinn einer solchen Bürgerbefragung.“

 
 

EURE FAVORITEN