„Lennerockers“ zelebrieren Abschiedskonzert

Lennerockers im Werkhof beim letzten Konzert
Lennerockers im Werkhof beim letzten Konzert
Foto: WP

Hohenlimburg.. Als Michael „Ele“ Koch und seine „Lennerockers“ am Samstagabend in der Werkhof-Katakombe die eiserne Tür des Backstage-Raumes hinter sich zuzogen, lag ein wenig Wehmut in der Luft. Denn als Band werden sie diese nie wieder öffnen. Ende Februar verkündete die Rockabilly-Formation, dass sie sich am 31. Dezember dieses Jahres auflösen werde. Es war das letzte Konzert unterm Schlossberg.

Charme eines Familientreffens

Letztmalig gastierte das Quintett am Samstag in der „Katakombe“ und begeisterte, wie sie es immer getan hat, ihre breite Fangemeinde, die aus Nah und Fern angereist war.

Es waren jene Fans, die gefühlt zum tausendsten Mal Songs wie „Ich hab ein Tattoo auf dem Arsch“ oder den gecoverten „Folsom Prison Blues“ mitsangen und ihre Musiker bis zum Äußersten anheizten.

Ein Bild, dass „Ele“ nur zu gut kennt. Denn die Fangemeinde ist in den vergangenen fast 33 Jahren stetig gewachsen. Daher verwundert es nicht, dass ein Konzert der „Lennerockers“ oft den Charme eines Familientreffens trägt und dennoch jedes Mal, im positivsten Sinne, eskaliert. Denn wenn Klavier und Kontrabass bestiegen werden, ist jedem Fan klar, was die Stunde geschlagen hat.

Für beste Stimmung sorgte auch der Gastauftritt von Ur-Trommler „Schotti“, der bis 1991 den Takt vorgab. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Formation.

Weltrekordhalter über den Wolken

Bei der Gründung im Jahr 1984 ahnten die Musiker nicht, dass sie, mit wechselnder Besetzung, mehr als 2 500 Konzerte spielen würden. Etliche Auftritte absolvierten sie in England, der Schweiz und den Niederlanden. 2003 erreichten sie im wahren Sinne des Wortes den Höhepunkt ihrer Karriere, indem sie das höchste Rock’n‘Roll Konzert der Welt (11 948,16 Metern Höhe) in einer Boeing 737-300 spielten und damit einen offiziellen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde feiern durften. Auch in 502 Metern unter der Erde (Kali- und Salzbergwerk Meters) war niemand vor den Musikverrückten sicher.

Mehr Zeit für die Familie

Nicht minder spektakulär war das Konzert auf einem Eisbrecher in der Ostsee. Momente, die ein Musiker wohl nie vergessen wird.

Warum folgt nun das Ende einer solch erfolgreichen Zusammenarbeit? „Ele“ weiß auf diese Frage eine einfache Antwort: „Es gibt 1000 Gründe dafür. Der eindeutigste ist jedoch der, dass ich nicht mehr 25 bin“, so der charismatische Banjospieler und Frontmann der „Lennerockers“.

„Ich bin sicher, dass ich weiterhin Musik machen werde. Allerdings nicht in diesem Ausmaß“, verrät er mit Blick auf seine Familie, der er in den kommenden Jahren deutlich mehr Zeit widmen möchte.

„Mit 50 kommt man manchmal ins Überlegen. Daher haben wir uns alle gemeinsam zusammengesetzt, unsere Situation und Perspektiven klargestellt und dann eine Entscheidung getroffen“, so Koch.

Bis der Vorhang im Dezember jedoch endgültig fällt, werden noch wenigstens 50 Konzerte gespielt.

Für die Fans in der Katakombe war das mehrstündige Konzert am Samstagabend in jedem Fall ein Höhepunkt. Zudem verlosten die Musiker drei Langspielplatten. „Keep cool“ heißt die Vinylscheibe. Es ist die erste Platte der Lennerockers, die 1986 auf den Markt kam.

 
 

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