Lenneradweg: Stadt favorisiert bei Ausbau Oeger Straße

Der Lenneradweg
Der Lenneradweg
Foto: Volker Bremshey
  • Lenneradweg-Lücke nach Letmathe soll geschlossen werden
  • Stadt favorisiert Variante über Oeger Straße
  • Kritik von Radfahrern: Nicht attraktiv

Hohenlimburg..  Die zwischen der Stadtgrenze Letmathe und dem Lennepark bestehende Lücke im rund 130 Kilometer langen Lenneradweg, der bekanntlich in Winterberg beginnt und am Hengsteysee in den Ruhrtalradweg übergeht, schließen. Das ist das große Ziel, das die Hohenlimburger Politik und auch die Hagener Fachverwaltung in den kommenden Jahren erreichen wollen.

Dafür gibt es aktuell mehrere gewichtige Gründe. In erster Linie, um dadurch bedingt eine Attraktivitätssteigerung für die Hohenlimburger Innenstadt zu erreichen.

Schwer wiegt aber auch der Wunsch der Nachbargemeinde Iserlohn, auf Hagener Stadtgebiet das fortzusetzen, was zurzeit in Letmathe mit Vehemenz vorangetrieben wird: der Ausbau der Radwegenetzes.

„Die Iserlohner machen mächtig Druck“, sagte CDU-Fraktionssprecher Peter Leisten nach einem Informationsaustausch mit den Parteifreunden aus der Waldstadt. Wichtig ist für den Iserlohner CDU-Fraktionsvorsitzenden Fabian Tigges, „dass dabei eine möglichst attraktive Route gewählt wird. Mit der touristischen Attraktivität des Radwegs steht und fällt die künftige Frequenz an Radfahrern und Wanderern.“

Bislang hatte die Hagener Fachverwaltung geplant, den Lenneradweg über viel befahrene Straßen in Oege zu führen. Für den passionierten Rennfahrer Lothar Heinze keine gute Idee: „Der Weg muss möglichst natur- und wassernah verlaufen, so wie es die Letmather vormachen. Nur so wird der Radweg auch als Familienradweg angenommen, nur so erschließt sich die touristische Attraktivität von Hohenlimburg und Hagen.“

Jörg Winker, verantwortlich für die Stadtentwicklung und somit für den Radwege-Ausbau, sieht nach zwei Ortsterminen jedoch große Probleme, eine realisierbare Alternative zur Oeger Straße zu entwickeln, um die Lücke zwischen der Gasstraße in Oege und der Bergstraße in Letmathe zu schließen. Südlich der Lenne den Radweg fortzusetzen, könnte aufgrund der Streckenführung durch die wildromantische Landschaft jedoch überaus reizvoll sein.

Dabei gibt es jedoch ein Kardinalproblem: Wie soll das Fährbachtal überbrückt werden? Bautechnisch sicherlich möglich - aber auch finanzierbar?

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Oeger Eberhard Schwestka in Kooperation mit Rainer Großberndt (Werbegemeinschaft Letmathe) und Frank Schmidt (Bürger für Hohenlimburg) mit dieser Problematik beschäftigt und die Verwaltung eingeschaltet. Damals ohne Ergebnis.

Jetzt ist mehr Dampf im Kessel. Dabei favorisiert Jörg Winkler die Fortsetzung des Ausbaus des Radweges auf Letmather Gebiet. Und zwar von der Stadtgrenze entlang der Oeger Straße bis zur Verwaltung von Hoesch. Mit einem ca. 2,5 Meter breiten Weg, der die Möglichkeit eines Begegnungsverkehrs für Radfahrer bietet. „Der Ausbau dieser rund 300 Meter langen Strecke sollte mit einem Finanzaufwand von 150 000 Euro möglich sein“, wagt Winkler eine Prognose.

Besondere Herausforderung

Der Bereich der Oeger Straße von der Hoesch-Hauptverwaltung bis zur Fährstraße ist angesichts des Lkw-Verkehrs vor der Mittelbandstraße und vor dem Federnwerk für die Planer eine echte Herausforderung. Winkler: „Hier könnten wir als Attraktion die Industrie-Geschichte von Hoesch einbinden.“

Erst der Steg über die Lenne in Höhe des bemerkenswerten Idylls Klein-Venedig bietet dann wieder eine große Attraktivität für Radfahrer. „Eventuell besteht sogar die Möglichkeit, diesen Steg auszubauen und das Geländer zu erhöhen, so dass die Radfahrer nicht absteigen und somit schieben müssen“, so Jörg Winkler. Vorausgesetzt, die Statik lässt das zu.

Danach heißt es freie Fahrt über die Isenbergstraße zur Innenstadt, von dort zum Lennepark und somit Richtung Ruhrtalradweg.

Strüwer: Einmalige Chance

„Wir haben jetzt die einmalige Chance, mit dem Lenneradweg einen attraktiven Anschluss an den Ruhrtalradweg auf den Weg zu bringen. Die dürfen wir nicht verpassen!“ Das sagt der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt, Willi Strüwer. Er möchte das Thema deshalb noch im November in den Stadtentwicklungsausschuss einbringen, „damit die Gremien des Hagener Rates sich schnellstmöglich damit befassen können“. Hintergrund dafür sind auch die bestehenden Fördermöglichkeiten durch die Regionale 2022, für die sich auch die Stadt Hagen im Verbund mit Nachbargemeinden bewirbt, sowie die Absicht des Regionalverbandes Ruhr, den Ausbau des Radwegenetzes auch in Hagen zu fördern.

 
 

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