Lebenslange Haft im NS-Kriegsverbrecherprozess gefordert

Helmut Ullrich
Dem heute 92-jährigen Breckerfelder Siert B., hier mit seinem  Anwalt, ist wegen Mordes angeklagt.
Dem heute 92-jährigen Breckerfelder Siert B., hier mit seinem Anwalt, ist wegen Mordes angeklagt.
Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen. Im NS-Kriegsverbrecherprozess vor dem Hagener Landgericht hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag wegen Mordes eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Der 92-jährige Siert B. aus Breckerfeld ist angeklagt, in der Nacht auf den 22. September 1944 einen biederländischen Widerstandskämpfer (36) heimtückisch erschossen zu haben.

Der Oberstaatsanwalt argumentierte, dass das Opfer damals arg- und wehrlos gewesen sei und nicht damit habe rechnen können, umgebracht zu werden. Der Angeklagte habe sich dem Befehl seines Vorgesetzten nicht widersetzt, obwohl ihm - wenn er die Exekution nicht ausgeführt hätte – selbst keine Todesstrafe gedroht hätte.

Das hohe Alter des Angeklagten, so der Oberstaatsanwalt, spreche nicht gegen eine Verurteilung: „Mord verjährt nicht. Wir sind es den Opfern solcher Taten schuldig, sie nicht zu vergessen.“ Die Verteidigung wird ihr Plädoyer am 6. Januar halten, mit einem Urteil wird am 8. Januar gerechnet.