Land finanziert 195 weitere OGS-Plätze in Hagen

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Hagen.. Regierungspräsident Gerd Bollermann sieht im Ganztag die Zukunft. Jetzt hat er der Stadt Hagen einen Förderbescheid geschickt. Nach ersten Hochrechnungen des Schulamtes entstehen so 195 neue Plätze im Offenen Ganztag.

Der türkische Vater, seit über zehn Jahren lebt Berhan T. in Deutschland, ist verzweifelt. Seit einem Jahr geht seine kleine Tochter nun zur Grundschule. Jetzt zeichnet sich ab, dass das Kind das Jahr wiederholen muss.

„Ich habe mich immer wieder um eine Ganztagsbetreuung bemüht, weil Demet Probleme mit der Sprache und somit auch mit den Hausaufgaben hat. Vergeblich. Ich wünsche mir aber so sehr, dass unsere Tochter in der Schule mitkommt.“ Doch nicht einmal das Gutachten eines Arztes noch der Weg zum Schulamt konnten dafür sorgen, dass Demet fachkundig bei den Hausaufgaben angeleitet wird und dass ihre Sprachkenntnisse außerhalb des morgendlichen Unterrichts verbessert werden.

„Wir haben eine lange Warteliste, da ist die Familie, in der die Mutter nicht berufstätig ist, natürlich bei dem großen Bedarf am Ganztag nicht an der Reihe. Ich kenne sogar Fälle, da muss ein Elternteil seinen Arbeitsplatz kündigen, weil auch ihr Kind keinen Betreuungsplatz bekommen hat“, berichtet Hannelore Michaelis, Schulleiterin der Bolohschule. Doch nicht nur dort drückt in dieser Hinsicht der Schuh. „In ganz Hagen fehlen rund 200 Plätze“, weiß die Lehrerin und hofft auf Besserung.

Die versprach nun Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann ganz persönlich. „Der Ganztag ist die Zukunft. Er ermöglicht nicht nur die Betreuung, sondern auch die Förderung unserer Kinder. Das Land Nordrhein-Westfalen setzt deshalb die inhaltliche Ausgestaltung und personelle Ausstattung der Schulen, die Ganztagsangebote machen, konsequent fort“, postulierte Bollermann und schickte der Stadt einen Förderbescheid über rund 2,5 Millionen Euro und damit für 2271Plätze. Nach ersten Hochrechnungen im Schulamt kann sich darüber nicht nur Berhan T. freuen, weil er jetzt im kommenden Jahr mit einem Betreuungsplatz für seine Tochter Demet rechnen kann, sondern auch 194 weitere Familien. Denn mit diesem Zuwendungsbescheid gibt das Land auch Geld für die noch fehlenden Plätze.

„Das ist zwar sehr schön, aber wir wissen zu diesem Zeitpunkt leider trotzdem noch nicht, ob wir die Plätze einrichten dürfen. Denn die Stadt muss einen Eigenanteil leisten. Und die Ausgabe dieses Geldes muss die Kommunalaufsicht erst noch genehmigen“, warnte Stadtsprecher Thomas Bleicher vor allzu großer Euphorie.

 
 

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