Länderspiel-Atmosphäre auf dem Kunstgrün

Jens Stubbe
Die Damen-Nationalmannschaft von Namibia tritt am 17. August auf der Sportanlage zu einem Freundschaftsspiel an - gegen die Frauen von Schwarz-Weiß Breckerfeld.

Breckerfeld.  Eine Delegation des Fußball-Weltverbandes war einst zur neuen Breckerfelder Sportanlage gereist, um zu prüfen, ob das künstliche Grün den internationalen Anforderungen genüge. Dass allerdings Jacqueline Shipanga jemals von einem der schönsten Plätze im Fußball-Kreis gehört hat, ist nicht sonderlich wahrscheinlich. Das aber wird sich ändern. Denn die Trainerin der namibianischen Frauen-Nationalmannschaft und ihr Team adeln den Kunstrasen an der Wahnscheider Straße. Am 17. August kicken sie in der Hansestadt.

Keinen Adler auf der Brust

Der Gegner der Namibianerinnen tritt vermutlich in Schwarz-Weiß an. Und trotzdem ist es kein Länderspiel im eigentlichen Sinne. Denn den Adler tragen die Damen nicht auf der Brust. Dafür den Schriftzug von Schwarz-Weiß Breckerfeld auf dem Rücken. Denn die Gastgeberinnen sind das Team von Trainer Klaus Leyendecker.

„Für uns alle ist solch ein Spiel das absolute Highlight der Karriere“, sagt Astrid Kraning, die für Schwarz-Weiß Breckerfeld spielt und gleichzeitig für den Fußball- und Leichtathletik Verband Westfalen arbeitet. Über den ist der Kontakt zu den Namibianerinnen, derzeit auf Platz 120 der Damen-Fußball-Weltrangliste, zustande gekommen. Denn die Nationalmannschaft um den Leiter des Deutschen Fußballprojektes in Namibia und gleichzeitigen technischen Direktor des namibianischen Fußballverbandes (NFA), Klaus Stärk, befindet sich im August im Trainingslager im Sportzentrum Kaiserau in Kamen im Kreis Unna.

„Sie haben nach Testspielgegnern gesucht“, sagt Astrid Kraning über die Truppe, die auch gegen den Zweitliga-Aufsteiger VfL Bochum und eine Westfalenauswahl antritt, „die Namibianerinnen wollen gegen eine starke, eine mittelstarke und eine etwas schwächere Truppe antreten.“

Internationales Freundschaftsspiel

Zur letzten Kategorie zählt (bei allem Respekt) aus Sicht der Afrikanerinnen das Team von Schwarz-Weiß Breckerfeld. Was der Sache indes keinen Abbruch tut: „Für uns ist das etwas ganz Besonderes“, sagt Astrid Kraning, die sich auch im Vorstand von Schwarz-Weiß Breckerfeld engagiert, „der ganze Verein freut sich über dieses internationale Freundschaftsspiel.“

Und hat einen ganzen Stab mit der Organisation beauftragt. „Einlaufkinder sind geplant, vor der Partie werden die Nationalhymnen gespielt“, sagt Astrid Kraning, die normalerweise in der Kreisliga A kickt. „Das hat schon was. Nach dem Spiel laden wir unsere Gäste aus Afrika ein. Es wäre doch schön, wenn wir noch ein bisschen Zeit auf der Anlage verbringen könnten.“

Dabei hofft das Team von Klaus Leyendecker, Tabellen-Zweiter der abgelaufenen Saison, auf viele Zuschauer. Zumal die Aufmerksamkeit des internationalen Frauenfußballs im nächsten Jahr auf das Land im Südwesten Afrikas liegt. 2014 findet die Afrikameisterschaft der Frauen in Namibia statt.