„Kurz davor, Rechtsanwälte einzuschalten“

Prinz Bentheim
Prinz Bentheim
Foto: WP

Hohenlimburg..  Mit einer solchen Selbstdarstellung hatte der Freundeskreis Schlossspiele nicht gerechnet. Vor der großartigen Premiere der vom neuen Intendanten Dario Weberg inszenierten „Hexenjagd“ griff Hausherr Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg-Rheda zum Mikrofon und beschrieb in einer zwölfminütigen Rede „die Zukunft von Schloss Hohenlimburg“.

Das jedoch war zunächst eine Reise in die Vergangenheit, bei der Fürst Bentheim einen Blick hinter die Schlosskulissen vollzog und nicht mit Kritik sparte.

Mit Kritik an den ehemaligen Mitarbeitern der Schloss Hohenlimburg gGmbH. „Zuletzt haben die leitenden Mitarbeiter der gGmbH nicht mehr untereinander gesprochen, einander misstraut und sich gegenseitig bespitzelt“, verriet der Hausherr den mehr als 200 erstaunten Zuhörern. Deshalb seien die Verwaltungsaufgaben fast völlig zum Erliegen gekommen. Es habe völliger Stillstand auf dem Schloss geherrscht.

Wollten Rechtsanwälte einschalten

Fürst Bentheim überraschte die Besucher und auch den Schlossspielverein dann mit weiteren Informationen. Noch im letzten Jahr seien nach seiner Auffassung interne Themen zwischen dem Schlossspielverein und der gGmbH über die Presse kontrovers diskutiert worden. „Wir waren kurz davor, Rechtsanwälte einzuschalten. Die Beziehung von Verein, gGmbH und Fürstenhaus war auf dem Tiefpunkt. Nie war der Fortbestand der Schlossspiele so gefährdet wie damals.“ Es sei, so behauptete der Hausherr, Frau Konder zu verdanken gewesen, dass die Karre aus dem Dreck gezogen worden sei, weil sie den Verein zu Disziplin verpflichtet habe.

Ohne konkret Namen zu nennen, wurde auch noch der langjährige Schlossspiel-Leiter Dr. Peter Schütze abgewatscht, denn Fürst Bentheim bekundete:. „Mit Dario Weberg ist der künstlerische Tiefgang bei den Schlossspielen wieder eingekehrt.“

Letztlich kritisierte der Hausherr auch, dass die Besucherzahlen des Keltic-Festivals, des Mittelaltermarktes und auch des Museums einen massiven Einbruch hätten hinnehmen müssen, weil die Hohenlimburg nicht mehr den Weg ins Schloss finden.

Milliardenschwerer Industrieverband

Abschließend verbreitete Fürst Bentheim aber auch Zuversicht. So sage ihm sein Bauchgefühl, dass der Heimatstolz der Kaltwalzer überwiegen werde und es in den Sterne stehe, ob das Museum wirklich ausziehe (diese Zeitung berichtete). Aber, so führte er aus, müsse sich nach über dreißig Jahren freier Nutzung des Museumsgebäudes im Alten Palas der milliardenschwere Industrieverband Kaltwalzen auf einen spürbaren Betrag zur Kulturförderung einlassen. Er vertrat abschließend auch die Auffassung, dass trotz aller Schwierigkeiten das Keltic-Festival am Schloss bleiben solle.

 
 

EURE FAVORITEN