Kurioses Auto-Inserat schlägt Wellen in ganz Deutschland

Firat Demirhan hat ein kurioses Inserat bei Ebay eingestellt. Er verkauft seinen Opel Tigra, weil seine Frau schwanger ist. Das außergewöhnliche Inserat schlägt Wellen in ganz Deutschland.
Firat Demirhan hat ein kurioses Inserat bei Ebay eingestellt. Er verkauft seinen Opel Tigra, weil seine Frau schwanger ist. Das außergewöhnliche Inserat schlägt Wellen in ganz Deutschland.
Foto: Mike Fiebig
Firat Demirhan hat bei Ebay ein Auto-Inserat geschrieben. Dabei hat er die Stimmung mit einfließen lassen, die seine schwangere Frau gerade verbreitet - und sorgt damit deutschlandweit für Freude.

Hagen.. Firat Demirhan traut seinen Augen nicht. Was der 29-Jährige mit einer Ebay-Verkaufsanzeige für seinen alten Opel Tigra (Erstzulassung 1997) ausgelöst hat, hätte der werdende Vater niemals geglaubt. Deutschlandweit ist der Verfasser der vielleicht kuriosesten, aber auch herzlichsten Auto-Anzeige im Netz plötzlich gefragt. Während seines Redaktionsbesuchs steht sein Handy keine Sekunde still. Der Stern, die Auto-Bild, Regionalzeitungen – alle wollen über den Menschen berichten, der mal nicht den piefigen und immergleichen Ton gewählt hat, in dem Auto-Inserate für gewöhnlich verfasst sind.

Der Tigra ist künftig zu eng

Was hat der eigentlich sehr zurückhaltend wirkende junge Mann getan? „Meine Frau und ich sind gerade überglücklich, dass wir ein Kind bekommen werden“, fängt er an zu erzählen. Und weil man zu dritt künftig im engen Opel Tigra keinen Platz haben wird, muss der Wagen weg und ein Kombi her. „Sagt meine Freundin“, erklärt Demirhan. Und deshalb nennt er auch die Ebay-Anzeige so: „Opel Tigra – Vollausstattung – Freundin sagt, ich muss ihn verkaufen.“

Stimmungen einer Schwangeren eingefangen

Was dann folgt, sind die Zeilen eines jungen Mannes, der sich mit seinem Laptop an den Wohnzimmertisch gesetzt hat und in sein Auto-Inserat alles hat einfließen lassen, was die Stimmungswelt um ihn herum gerade hergibt. Demirhan schreibt: „Ich stimmte dem Verkauf zu, gab aber zu bedenken, dass der Wagen theoretisch kein Familienauto sei, die Personen hinten auf dem Rücksitz aber laut Fahrzeugbrief bis 1,60 Meter groß sein dürfe und wir so locker noch ein paar Jahre Zeit hätten. Sie war daraufhin erst wütend geworden und versuchte mich dann zu schlagen. Ich gab nach, weil ich zu faul war wegzurennen und fragte mich, ob sie bei Streitereien mit unserem späteren Kind wohl auch jedesmal so reagieren würde. So sitze ich nun hier und muss mein Auto inserieren, während sich meine kugelige Freundin für die „Shades-of-Grey“ Vorstellung fertig macht.“

Der Vergleich zwischen Autos und Schuhen

Er schreibt über seine ersten Autos, seine Zeit als Pizza-Lieferant, seinen Tuning-Wahn, Hagens häufiges Vorkommen im Schwarzbuch der Steuerzahler, seine Aushilfsjobs an Grünkohlständen, seinen Vater, dem er immer beweisen möchte, dass er was drauf hat, und dann wieder über seine Freundin, deren durcheinander gebrachter Hormonspiegel gelegentlich für chaotische Szenen daheim sorgt: „So, meine Freundin hat gerade die Wohnung verlassen. Das Badezimmer sieht aus wie ein Schlachtfeld. Pullover, T-Shirts, Hosen, überall Make-up. Ich musste mich beim Schreiben sehr konzentrieren, weil sie rumgeflucht hatte, dass sie keine Schuhe besäße. Hallo? Allein im Schlafzimmer haben wir zwei Billy-Schränke, die vollgestopft sind mit Schuhen! Da sind sogar Paare bei, die hat sie noch nie angezogen in ihrem Leben. Darauf angesprochen, sagt sie immer: „Die waren von 140 auf 80 und dann auf 20 Euro reduziert! Die musste ich kaufen! Ich habe sogar gespart!“

Demirhan beschreibt, wie er seiner Freundin anhand des inserierten Opel-Tigras erklärt, dass diese scheinbar wirtschaftliche Logik nicht aufgeht: „Schatz, wenn ich in das Inserat reinschreibe, dass ich den Wagen für 100.000 Euro gekauft hätte und nun für nur 10.000 Euro verkaufen möchte, müsste ja nach deiner Logik jemand den Wagen sofort kaufen, da dieser ja um unglaubliche 90 Prozent reduziert wurde.“

„Freundin weiß eh alles besser“

Demirhans Inserat endet mit seiner ehrlichen Mängelliste des Wagens („Ich bin wohl der Einzige, der so blöd ist und das alles aufschreibt“) und einer Bitte an alle Bieter: „Falls ihr Fragen habt, immer her damit. Ich werde diese dann an meine Freundin weiterleiten, die weiß eh immer alles besser.“

Bei Ebay tritt Demirhan unter dem Mitgliedsnamen „fundgrube_hagen“ auf. Obwohl dort weder sein echter Name noch ein Bild von ihm zu sehen ist, gibt es Damen, die sich nur in das verguckt haben, was der 29-Jährige dort geschrieben hat. „Wenn deine Freundin dich deswegen verlässt, dann ruf mich an“, hatte ihm eine geschrieben.

Mehr als 30.000 Menschen haben das verrückte Ebay-Inserat - die Versteigerung ist inzwischen beendet - bislang angeschaut. Viel für ein 18 Jahre altes Auto. „Wenn ich 1000 Euro damit erziele, wäre ich schon froh“. Am Nachmittag standen 782 gebotene Euros zu Buche. Wenn Demirhan sich morgen Abend mal nicht über den erzielten Preis wundern wird . . .

Freundin nimmt es ihm nicht übel

Seine Freundin übrigens wusste zunächst gar nichts von den Geschichten, die Firat auf Ebay erzählt hat: „Sie musste aber lachen, weil es für sie war, als wenn man ihr einen Spiegel vorhalten würde.“ Der Kombi soll trotzdem her. Sagt seine Frau.

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