Kupferplättchen gegen Schmerzen

Von Volker Bremshey
Stefanos Vafiadis hat Renate Hoppmann geholfen.
Stefanos Vafiadis hat Renate Hoppmann geholfen.
Foto: WP

Hohenlimburg. Nicht nur Profisportler wissen es. Sondern auch Patienten nach einer Operation oder nach einem Unfall: Ein Tape hilft bei vielen Problemen. Fast immer. „Aber: Ein Tape übt oftmals nicht zur Therapie sinnvollen Druck aus“, sagt Stefanos Vafiadis, Physiotherapeut von der Gaußstraße und Dozent an der Westfalenakademie in Dortmund. Dort unterrichtet der 35-Jährige seit vier Jahren und bildet zukünftige Masseure und Physiotherapeuten aus. So einst auch seine Kollegen Gazi Altinok, Tesfaldet Zemichael und Abidin Celik. Zu ihnen hält der Hohenlimburger noch immer intensiven Kontakt.

„Wie können wir mit relativ einfachen Mitteln den gewünschten Druck erhöhen und somit optimieren?“ Diese Frage stellten sich über viele Monate die vier Physiotherapeuten. Und sie hatte eine Idee. Möglicherweise eine sehr gute, die weltweit für Furore sorgen könnte und in der Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen eingesetzt wird. Ein Geistesblitz somit.

Denn inzwischen haben sie den Düsseldorfer Anwalt Dr. Dirk Bröcher eingeschaltet und beauftragt, ihre Idee weltweit als Patent zu schützen.

Das Quartett hat nämlich eigentlich etwas ganz Einfaches entwickelt. Es hat Kupferplättchen unterschiedlicher Größe auf ein Pflaster geklebt. „Kupfer hat eine heilende Wirkung. Es ist nämlich ein Leiter von Wärme und Kälte, hat somit eine stimulierende Wirkung und ist darüber hinaus allergiefreundlich“, weiß Stefanos Vafiadis, der ergänzt. „Salben haben auch stimulierende Wirkung, sie üben aber keinen Druck aus, wie er auch bei einer Massage eingesetzt wird und jetzt durch die Kupferplättchen erfolgen soll. Das ist Akupressur. Die Problemzone wird stabilisiert und stimuliert und somit die Durchblutung befördert.

Gegenwärtig haben die vier Physiotherapeuten erst einen „Prototypen“ entwickelt, der, bei einigen Patienten bereits eingesetzt, erstaunliche Erfolge verspricht. So auch bei Renate Hoppmann. Die 50-Jährige leidet unter mehreren Bandscheibenvorfällen. Bislang brachte keine Therapie den erhofften Erfolg, obwohl die Hohenlimburgerin „schon fast alles“ versucht hat. Jetzt hat auch sie das „Kupferpflaster“ getestet. Für sie mit unglaublichem Erfolg. Auf der Schmerzskala von 0 bis 10 (größter Schmerz), hat sich dieser deutlich nach unten bewegt. Renate Hoppmann ist deshalb mehr als begeistert. „Dieses Pflaster hat von Beginn an gewirkt“, sagt sie und ergänzt. „Das ist fast wie ein Wunder.“

Stefanos Vafiadis berichtet von einem Mädchen (11), das viele Monate unter Knieschmerzen litt und das ebenfalls als Versuchskaninchen diente. „Es gab den Wert auf der Schmerzskala zunächst mit acht an. Jetzt liegt er bei zwei bis eins.“

Der 35-jährige Physiotherapeut hat das Kupferpflaster natürlich auch an sich erprobt. Jetzt sucht er weitere Freiwillige, die nach der Versuchsreihe im Dienst der Wissenschaft mitmachen wollen. Und das kostenlos. „Wer Schmerzen hat, der soll sich melden.“ Natürlich ist die Zahl der Testpersonen begrenzt ( 0 23 34 / 44 37 03).

Übrigens: Einen Namen hat das Kupferpflaster noch nicht. „Aber wir haben schon eine Idee im Hinterkopf“, schmunzelt der Familienvater.